Ostern: Hochfest mit vielen Traditionen

Rund um das Osterfest ranken sich neben den kirchlichen Traditionen auch viele Bräuche. Bunt bemalte und versteckte Ostereier sind nur einer davon. Das Redaktionsteam stellt Bräuche und Hintergründe rund um das Fest vor. 

 

Oster­erlebnisse von Kommunion­kindern und deren Familien

Oster­erlebnisse von Kommunion­kindern und deren Familien

Ein Kommunionkind erzählt von eiem Jahr, in dem an Ostern Schnee lag. Trotz der erschwerten Bedingungen, in weißem Schnee bunte Ostereier sinnvoll zu verstecken, wurden sie draußen versteckt und gesucht…


Ein Kommunionkind erzählt, dass in einem Jahr viel Besuch an Ostern gekommen war. Traditionell wurden draußen und im Haus Ostereier und Schokoeier gesucht. Trotz der vielen suchenden Menschen wurden draußen nicht alle Schokoeier gefunden. Nach ein paar Regentagen wurden sie endlich gefunden und schmeckten aber durchnässt vom Regen nicht mehr.


Ein Kommunionkind erzählt, dass sie im Stadtpark Ostereier gesucht haben. Mit tatkräftiger Unterstützung des Hundes. Nachdem dieser einige Schokoeier aufgespürt hatte, darüber getrampelt war und sie angeschleckt hatte, waren die Schokoeier jedoch kaputt und ungenießbar.


Ein Kommunionkind erzählt, dass er mit dem kleinen Bruder gemeinsam im ganzen Haus nach den Ostereiern gesucht hat. Selbst in der Waschmaschine wurden sie fündig. Glück der kleinen Sucher und erfinderischen Finder.


Ein Kommunionkind erzählte, dass im vergangenen Jahr Ostern bzw. das Ostereiersammeln einfach verlängert wurde. Die Osterfreude über gefundene Ostereier reichte noch ein paar Tage weiter nach Ostern, bis schließlich alle Ostereier gefunden waren.


Ein Kommunionkind erzählt, dass jedes Jahr vor Ostern Eier ausgeblasen werden. Das erfordert Geduld und Geschick. Man muss ganz vorsichtig sein, damit die Eier nicht zerbrechen. Bunt angemalt sehen sie richtig schön aus.


Eine Katechetin erzählt, dass vor einigen Jahren ihre Mutter an Ostersonntag zum Mittagessen eingeladen hatte. Es gab Kaninchen. Mit Entsetzen und sichtlich entgeistert schaute die Katechetin ihre Mutter an. „Wie kannst Du so etwas machen?“ Fragend antwortete die Mutter, was denn los sei. Die Katechetin, mit Blick auf ihre Kinder, gab ihrer Mutter nur den Hinweis…“Osterhase“. Schwierig und gleichzeitig kreativ wurde es beim Essen: Das Kaninchen wurde den Kindern als Geflügel verkauft. Knifflig, als eins der Kinder den Schenkel essen wollte…


Eine Katechetin erzählt, dass sie als Kind bei der Ostereiersuche ihrem älteren Bruder hinterhergelaufen ist und nie etwas eigenes gefunden hatte. Nach einer Weile erbarmte sich die Mutter dem enttäuschten Kind und schickte es kurzerhand in die entgegengesetzte Laufrichtung des älteren Bruders. Freudestrahlend kam es mit einem Schokohasen in der Hand zurück.


Text: Cornelia Derichs l Foto: alexanderoberst - stock.adobe.com
Anekdote 1

Anekdote 1

Am Ostermorgen besuchten wir Kinder mit unseren Eltern den Gottesdienst. Wir freuten uns schon tagelang auf das Eiersuchen in unserem Garten. Fröhlich liefen wir in den hinaus und begannen zu suchen. Unsere Eltern hatten, damit wir das Teilen lernen sollten, ein gemeinsames Osternest für uns Kinder versteckt. Nach einiger Zeit fanden wir das Nest, aber … o Schreck, es war jemand schneller gewesen. Unser Hund! Er saß vor dem Osternest, leckte sich mit der Zunge das Maul ab und ließ sich weiter die Schokoladeneier schmecken. Tja, was hatten wir nun gelernt, das Teilen!
Text (nach einer Schilderung Dritter): Renate Kloss l Foto: sonyachny - stock.adobe.com
Der österliche Duft von Stuten

Der österliche Duft von Stuten

Der Duft von frischem Sonntagsstuten ruft in mir immer die Erinnerung an den Ostersonntag meiner Kinderzeit hervor. Draußen war es noch dunkel als meine Mutter mich aus dem Schlaf aufweckte. Es war Ostersonntag und ich durfte mit den Eltern, Geschwistern und der Oma in den Gottesdienst gehen.

Ich fühlte, dass dies etwas ganz besonderes war. Endlich war ich alt genug zu so früher Stunde mitgehen zu dürfen. Meine älteren Brüder waren Messdiener und sangen auch im Knabenchor.

An diesem Ostersonntag wurde die Hl. Messe mit Chormusik gefeiert, mein Bruder sang mit seiner hellen Knabenstimme an einigen Stellen der Lieder vor. O, was war ich stolz und glücklich solch einen Bruder zu haben! Obwohl ich noch müde war, bin ich im Gottesdienst nicht eingeschlafen. Gemeinsam gingen wir danach, durch den erwachenden Morgen, nach Hause.

Die Luft roch nach Frühling, wir waren fröhlich und freuten uns auf ein gemeinsames Frühstück mit selbst gebackenem Weißbrot.

Vor dem Ostersonntag durfte ich meiner Mutter bei der Herstellung des Hefeteigs für das Weißbrot zusehen. Den fertigen Teig legte sie in eine Kastenform und gemeinsam brachten wir ihn zum Bäcker in unserer Nähe. Damals war es möglich, dass der Bäcker die weitere Verarbeitung übernahm und so konnten wir das gebackene Brot am Nachmittag abholen.

Da ich noch ein kleines Kind war, habe ich das Brot in sehr großer Erinnerung, was sicher nicht ganz stimmt. Der Duft dieses Brotes war unvergleichlich und lässt mich noch heute beim Betreten einer Bäckerei dankbar an meine Mutter denken.


Text: Renate Kloss l Foto: Carmen Steiner - stock.adobe.com
Anekdote 2

Anekdote 2

Da wir zu Ostern schon in der Nacht zur Kirche gingen, sorgten meine Eltern vor und versteckten die Ostereier am Abend zuvor im Garten. Mit Ostern erwarteten wir den Frühling, aber in diesem Jahr waren es noch kühle Nächte, so konnten die Ostereier ja gut die Nacht überstehen. Wir gingen zur Kirche und staunten nach der Hl. Messe beim Herausgehen, es hatte geschneit! Unser Garten erstrahlte in einer hellen, weißen Schneedecke. An Eiersuchen war nicht mehr zu denken. Aber das Frühjahr kam und damit kamen auch die Ostereier zu Vorschein. Sie waren nicht mehr genießbar, dennoch hatten wir unsere Freude daran sie nun zu finden.
Text (nach einer Schilderung Dritter): Renate Kloss l Foto: pusteflower9024 - stock.adobe.com
Anekdote 3

Anekdote 3

Vier Kinder in unterschiedlichem Alter, 7, 11, 15 und 19 Jahre alt, das war für unsere Mutter eine Herausforderung. Alle gleich halten und dennoch die Osternester altersgerecht zu bestücken. Also bekamen wir äußerlich alle das gleiche Osternest, nur der Inhalt war unterschiedlich. Mit 19 Jahren ist man erwachsen, so glaubt man jedenfalls. Also lagen im Osternest des großen Sohnes natürlich auch gefüllte Schokoladeneier. Der schnellst von uns vier Geschwistern war unser kleinster Bruder, der sofort das erste Osternest gefunden und auch gleich einige Schokoladeneier gegessen hatte. Aber, es war das falsche Nest, die Füllung in den Schokoladeneiern war mit Alkohol und für den ältesten bestimmt. Es war ein ruhiger Ostersonntag, der jüngste Bruder hat den ganzen Tag geschlafen.
Text (nach einer Schilderung Dritter): Renate Kloss l Foto: polygraphus - stock.adobe.com
Was wäre Ostern, wenn Kinder keine Eier suchen könnten?

Was wäre Ostern, wenn Kinder keine Eier suchen könnten?

Ostereier suchen war immer eine aufregende Sache. Aber vor der Suche war auch immer die Aufgabe zu lösen, wo die Eier versteckt wurden und man sie auch wieder finden konnte. Bei gutem Wetter wurden die Ostereier selbstverständlich im Garten versteckt, aber bei schlechtem Wetter in der Wohnung? Nein, das gab es bei uns nicht! Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung. Also, egal ob Sonne oder Regen, die richtige Ausrüstung für die Ostereiersuche waren immer Gummistiefel, Jacke und natürlich ein Körbchen.

Am Karfreitag wurden die Eier gefärbt und am Ostersamstag suchten wir auf dem Spaziergang immer Moos im Wald um kleine Osternester zu bauen. Diese wurden vor dem Ostersonntag im Garten gebaut und so hatte jedes Kind schon eine sichere Fundstelle.

Als die Kinder klein waren, durften die Verstecke nicht zu schwierig und zu hoch sein. Aber je älter sie wurden umso ideenreicher wurden auch unsere Verstecke. Manches Ei war auch schon mal so gut versteckt, dass wir es nicht oder erst bei der Gartenarbeit wiedergefunden haben.

Die Ostereiersuche, eine angeblich heidnische Tradition, die zu Ehren der Frühlingsgöttin Ostara gelebt wurde, habe ich auch schon in meiner Kindheit gerne gemacht. Diese Tradition wurde dann mit den eigenen Kindern fortgeführt.


Text: Petra Grüttner l Foto: trendobjects - stock.adobe.com
Anekdote 4

Anekdote 4

Glasmurmeln in schillernden Farben, wer kennt sie nicht, sind für Kinder das Größte! Wir staunten, in unseren Osternestern lag neben bunten Eiern für meinen Bruder und mich je ein Beutel Glasmurmeln. Mein Bruder schrieb mit den Glasmurmeln „Frohe Ostern“ in den Sand, als unser Vater uns zu Mittagessen rief. Er sah den geschriebenen Ostergruß im Sand und lobte mich, das sehr schön gemacht zu haben. Weinend lief mein Bruder ins Haus und warum verstand mein Vater nicht. Er hatte meinem Bruder, der das erste Schuljahr besuchte, so etwas noch nicht zugetraut. Zum Trost gab ich ihm meinen Schokoladenhasen, meine Eltern nahmen ihn in den Arm und lobten seine tolle Idee.
Text (nach einer Schilderung Dritter): Renate Kloss l Foto: womue - stock.adobe.com
Das Osterparadoxon: Wenn das Osterfest zu spät ist

Das Osterparadoxon: Wenn das Osterfest zu spät ist

Ostern fällt mitunter auf einen recht späten Termin. Jedes Jahr variiert das Datum, doch es gibt Jahre, in denen das Osterfest eigentlich sogar zu spät ist. Normalerweise gilt: Ostern wird am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Beispiel: Der astronomische Frühjahrsanfang war im Jahr 2019 am 20. März und der erste Vollmond im Frühjahr am Morgen des 21. März. Doch die astronomische Berechnung und die Festlegung des Frühlingsanfangs im Kalender stimmten 2019 nicht überein. Dass es eine Diskrepanz zwischen der astronomischen und kalendarischen Bestimmung des Frühlingsanfangs gibt, ist auf das Konzil von Nicäa zurückzuführen.

Im 4. Jahrhundert herrschte ein Streit zwischen christlichen Theologen, wann genau das Osterfest stattfinden soll. Man einigte sich darauf, Ostern nach dem jüdischen Passahfest zu feiern, da die Evangelien überliefern, dass Jesus nach dem Passahmahl verhaftet und hingerichtet wurde. Das Passahfest beginnt am ersten Frühlingsvollmond. Das Konzil besagte daher: Ostern findet an dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn statt. Der Frühlingsanfang wurde auf den 21. März, hier noch im julianischen Kalender, festgelegt. Der frühste Termin für Ostern kann infolge der 22. März und der späteste Termin der 25. April sein.

Im 18. Jahrhundert entwickelte der Mathematiker Carl Friedrich Gauß daher eine Osterformel, um den Termin des Osterfestes zu bestimmen. Obwohl es möglich war, den Frühlingsanfang anhand der Tag- und Nachtgleiche zu berechnen und auch den Vollmond genau zu bestimmen, wurde der Frühlingsanfang generell auf den 21. März festgelegt und die Berechnung des Vollmondes zyklisch vorgenommen – unabhängig von den astronomischen Berechnungen. Diese führten, aufgrund verschiedener Zeitzonen, nämlich zu zeitlichen Unterschieden, je nachdem an welchem Ort man diese Zeitpunkte bestimmt.

Der Ostertermin wird in den westlichen Kirchen anhand der Formel von Gauß in Verbindung mit dem gregorianischen Kalender errechnet. Die Formel führt dazu, dass das kalendarisch errechnete Osterfest von der astronomischen Errechnung abweichen kann und es somit wie 2019 zum Osterparadoxon kommt. Durch die zyklische Berechnung des Vollmonds, zählt der Vollmond in der Nacht vom 20. zum 21. März noch als Wintervollmond. Daher erscheint der erste Vollmond nach dem auf den 21. März festgelegten Frühlingsanfang erst im April, wodurch das Osterfest dieses Jahr auf den 21. April fällt. Das nächste Jahr mit Osterparadoxon ist das Jahr 2038.

Wussten Sie außerdem, …

… dass die Ostkirchen noch mit Hilfe des julianischen Kalenders das Osterdatum errechnen, was zu einem Unterschied von bis zu 13 Tagen gegenüber dem Osterfest in der Westkirche führen kann? Das Osterfest der orthodoxen Kirche wird dieses Jahr am 28. April gefeiert.

… dass in jeder christlichen Kirche, egal ob katholisch, protestantisch, armenisch oder griechisch-orthodox, am Osterfest die Auferstehung Jesu Christi von den Toten gefeiert wird, wobei sich die Termine und auch Riten unterscheiden können?

… dass in Spanien Prozessionen in der „semana santa“ (deutsch: heilige Woche) stattfinden?

… dass Eier und Süßigkeiten in Deutschland traditionell vom Osterhasen, in Schweden aber vom Osterküken und in Australien vom Oster-Bilby, ein australisches Beuteltier, versteckt und verteilt werden?


Text: Lisa Grüttner l Illustration: Birgit Brandlhuber - stock.adobe.com

Das Symbol Osterkerze: Licht ist Leben

In der Welt und der jüdisch christlichen Religion hat das Licht immer schon eine besondere Stellung. Die Geschichte der Schöpfung beginnt mit den Worten: „Finsternis lag über den Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser“.

Gott sprach: „Es werde Licht.“ Und es wurde Licht. (Genesis 1)

Die Schöpfungs­geschichte aus dem Buch Genesis wird in jeder Osternacht vorgelesen.

Licht bedeutet Leben, so hat die Osterkerze eine herausragende Stellung in der Liturgie der Kirche. Sie ist das Symbol des aufer­standenen Herrn. Ihr Licht wird in der Osternacht am Osterfeuer entzündet und steht für den Triumpf, für den Sieg des Lichtes über die Finsternis, in Analogie zu der Auferstehung, die ebenfalls Triumpf des Lebens über den Tod bedeutet.

Christus sagt: „Ich bin das Licht der Welt“.

In der Osternacht wird die Kerze mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ – „Christus das Licht“ feierlich in die dunkle Kirche getragen. Mit dem Licht der Osterkerze werden dabei die vielen Kerzen der Gläubigen entzündet, sodass ihr Licht in der Dunkelheit erstrahlt als Zeichen des Triumpfes des Lebens über den Tod. Denn Christus sagt auch, wir sollen Kinder des Lichtes sein und in seinem Licht leben.

Die Osterkerze steht in der Osterzeit bis zum Pfingstfest, das acht Wochen nach Ostern gefeiert wird, im Altarraum. In der restlichen Zeit des Jahres wird sie bei Tauffeiern und Beerdigungen in den Altarraum gestellt und angezündet, um damit die Gegenwart Christi zu symbolisieren.


Text: Walburga Nauen l Foto: Petra Grüttner
Bunt geschmückte Osterbrunnen

Bunt geschmückte Osterbrunnen

Zugegeben, in Krefeld sind sie bisher noch nicht gesichtet worden. Bunt geschmückte Ostergrunnen haben in anderen Gegenden allerdings eine lange Tradition. In der Fränkischen Schweiz begann man so um das Jahr 1910 damit, Brunnen zu Ostern reichhaltig zu verzieren. Der Schmuck besteht traditionell aus augeblasenen und künstlerisch bemalten Eierschalen und vielen bunten Papierbändern. Oft kommen auch noch Blumen hinzu.

Geschmückt werden die Brunnen vor allem wegen der Bedeutung des Wassers für das Leben. Und gerade dem Wasser der Osterzeit wurde und wird besondere Bedeutung beigemessen. So soll der Genuss von Osterwasser vor Krankheiten schützen und im Haus verspritzes Osterwassser gegen Ungeziefer wirken.


Foto: privat
Eier färben

Eier färben

Ostern bedeutet für viele: bunte Ostereier! Vor allem die Kleinen freuen sich über die farbenfrohen Eier und möglichst viele in ihren Verstecken zu entdecken. In fast jedem Supermarkt finden sich zu dieser Zeit bereits fertig gefärbte Ostereier. In meiner Familie ist es allerdings Tradition die leckeren Frühstückseier selbst zu färben. Bereits meine Oma sorgte eigens dafür, dass für jeden genug Ostereier da waren. So verschönerte sie jedes Jahr, kurz vor Ostern mit der Hilfe ihrer Töchter, 90 Eier mit den verschiedensten Farbkombinationen. Seit vielen Jahren nun schon hat meine Tante diese Aufgabe übernommen mit der tatkräftigen Unterstützung meiner Cousine, meiner Schwester und mir. Wir kochen und färben zwar nur noch rund 50 Eier, aber auch das ist viel Arbeit, vor allem wenn man nach ein paar unifarbenen auch mehrfarbige Kunstwerke erschafft – oder es zumindest versucht.

Ganz wichtig dabei: alte Kleidung anziehen! Denn wenn’s mal spritzt, verteilen sich wenigstens keine bunten Punkte auf dem Lieblingspulli. Zunächst müssen alle Eier hart gekocht werden. In der Zwischenzeit können die Farbtabletten (fünf einer Farbe pro Topf) in Essig aufgelöst und mit heißem Wasser angerührt werden. Wir nehmen die Farben Rot, Blau, Grün, Gelb und Lila. Dazu sollten man alte Töpfe verwenden, da sich die Farbe sehr stark im Topf absetzen kann. Sind alle Eier gekocht und die Farbsuppen fertig, kann’s losgehen: die Eier werden so lange in die Flüssigkeit gelegt bis die Schale die Farbe gut angenommen hat und die Eier schön bunt sind. Hat man genug einfarbige Eier gefärbt und möchte man etwas Abwechslung haben, kann man den Farbsuppen ein wenig Öl hinzufügen, sodass die Farbe beim Eintauchen der Eier nur noch teilweise die Schale einfärben kann. So kann man die Eier in verschiedene Farben tunken, um bunte Muster zu erhalten. Zwar hat man bei dem ganzen Mischmasch manchmal das Pech ein fast braunes Ei zu erschaffen, doch meistens entstehen schöne marmorierte und farbenfrohe Ostereier. Zum Schluss werden alle Eier mit Öl eingerieben, um sie zum Glänzen zu bringen. Vielleicht inspiriert dies ja den ein oder anderen dieses Jahr mit Freunden oder der Familie sich etwas Zeit zu nehmen und selber ein paar Eier zu gestalten. Und wer die Eier lieber nur isst, anstatt sie zu färben, dem bleibt noch das Eierkitschen beim Osterfrühstück.


Text: Lisa Grüttner l Foto: Ulf Grüttner
Die Tradition der Osterfreuer

Die Tradition der Osterfreuer

Es gibt viele Dinge, die die Osternacht zu etwas ganz Besonderem machen, und das Osterfeuer ist eines dieser Dinge. Das Osterfeuer ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Osternacht, denn bevor die Liturgie der Osternacht beginnt, wird draußen vor der Kirche ein Feuer entzündet, welches gesegnet wird, um an diesem dann die Osterkerze entzünden zu können. Doch nicht nur das macht das Osterfeuer besonders. Nach der Messe ist es ein Anlaufpunkt, um den sich die Menschen noch sammeln, sich begegnen, unterhalten, vielleicht einen Wein zusammen trinken und diesen Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Die Tradition eines Osterfeuers wird seit dem 16. Jahrhundert in einigen Teilen Deutschlands auch außerhalb der Kirche zelebriert. Hierbei werden die Holzstapel möglichst hoch getürmt, um das größte Feuer in der Umgebung zu machen. Die Menschen versammeln sich auch hier am Feuer, trinken und essen zusammen und kommen ins Gespräch.


Lisa Grüttner l Foto: Oskar - Fotolia.com
Das Osterwasser

Das Osterwasser

Das Osterwasser ist ursprünglich wohl ein heidnischer Brauch. Seit Anbeginn der Menschheit gilt Wasser als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Schon die alten Germanen verehrten das Wasser zum Andenken an die Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera. Es war Brauch, dass die Mädchen und Frauen das Wasser in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag aus einem Bach schöpften und es schweigend nach Hause trugen. Im Volksmund wurde dieses Wasser auch „Plapperwasser“ genannt, weil die jungen Männer versuchten, die Mädchen zum Lachen oder Sprechen zu bringen. Es sollte gegen Augenleiden, Ausschlag und andere Krankheiten geholfen haben. Kinder, die mit dem Osterwasser getauft wurden, sollten besonders intelligent werden.

Seit dem 2. Jahrhundert ist es bei den Christen Brauch, das Taufwasser in der Osternachtfeier zu weihen. Dazu wird die Osterkerze in der Feier dreimal in das Becken mit dem Wasser getaucht. Dabei wird ein Gebet gesprochen: „Durch deinen geliebten Sohn steige herab in dieses Wasser die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir alle, die durch die Taufe mit Christus begraben sind in seinem Tod, durch die Taufe mit Christus auferstehen zum ewigen Leben.“ Danach erneuern die Gläubigen ihr Taufversprechen und werden dann mit dem geweihten Wasser besprengt.

Die Gläubigen können von dem geweihten Wasser mit nach Hause nehmen und es in ihrer Wohnung in ein kleines Weihwasserbecken füllen. Bei den Taufen an oder nach Ostern wird dieses Wasser dann für die Taufe verwendet.

In der Gemeinde St. Clemens werden jedes Jahr ca. 30 Liter Wasser in der Osternacht geweiht. Dieses Wasser bleibt bis zum 2.Sonntag nach Ostern im Altarraum stehen und wird danach in dem Weihwasserbehälter in der Kirche gelagert. Es kommen immer noch Gläubige und nehmen von diesem Wasser etwas mit nach Hause.


Text: Lisa Grüttner
Weihwasser bei uns zuhause.

Weihwasser bei uns zuhause.

Direkt an der Eingangstüre unserer Wohnung hing ein kleines Weihwasserbecken. Jeden Morgen, wenn meine Geschwister und ich zur Schule gingen, bekreuzigte unsere Mutter uns mit Weihwasser auf der Stirn. Damit stellte sie unseren Weg und den ganzen Tag unter Gottes Segen. Wir konnten frohen Mutes das Haus verlassen und fühlten uns geborgen in Gottes Hand. Heute hängt dieses kleine Weihwasserbecken in meinem Zimmer, erinnert mich an eine wohlbehütete Kindheit und gibt immer noch die Zuversicht unter Gottes Schutz zu stehen.


Text und Foto: Renate Kloss
 

Maria Frieden
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