Segen – Sinn und Gedanken

Wenn der Priester den Segen gibt, dann spricht er: Der Herr segne euch und behüte euch. Warum spricht er dann nicht, der Herr segne uns? Und behüte uns? Warum schließt er sich dann aus?

Tatsächlich - so klingt der Segen am Ende des Gottesdienstes. Der Herr segne Euch und behüte Euch - und da kann man gut fragen: Wenn der Priester diesen Segen spricht - geht er selbst dann ohne Segen nach Hause?

Wer einen Segen spricht, geht nicht leer aus. Er steht auch unter dem Segen Gottes.

Aber er tut etwas anderes: Er sagt einem anderen ganz fest zu: Du bist gesegnet. Du bist nicht allein.

Gott geht mit Dir. Und genau dieses Versprechen brauchen viele Menschen. Ein Gottesdienst ohne diese wenigen Segensworte am Schluss wäre eine halbe Sache. Der Segen ist für viele mit das Wichtigste im Gottesdienst.

Diese Worte stehen - so ähnlich - in der Bibel und zwar im 5. Buch Mose – Kapitel 28. Aaron, der Bruder des Mose, soll mit diesen Worten das Volk Israel gesegnet haben.

Unser Gottesdienstsegen im 21. Jahrhundert verbindet uns also mit den Anfängen der Bibel! Seit mehr als zweieinhalbtausend Jahren sprechen Menschen diesen Segen. Ähnlich hat vielleicht auch Jesus gesegnet, zum Beispiel die Kinder, die zu ihm gebracht wurden. Und seinen Jüngern hat Jesus gesagt: Wenn Ihr ein Haus betretet, segnet das Haus mit einem Friedensgruß.

Es ist nicht so, dass desto weniger Besucher in der Kirche sind, desto mehr Segen gibt es für den Einzelnen. Der Segen erreicht alle gleich!

Wir dürfen anderen den Segen Gottes zusprechen. Denn der Segen ist ein Zeichen für Gottes verschwenderische Liebe. Wir dürfen diese Liebe weitergeben und getröstet, getragen und gestärkt unseren Lebensweg hoffnungsvoll entgegensehen.

Stellen wir uns also vor, der Segen wäre ein wunderschönes Geschenk. Dieses Segensgeschenk überreichen wir übrigens auch manchmal - allerdings ohne es zu wissen. Wenn wir zum Beispiel "Tschüss" sagen. Das Wort kommt von dem Französischen "A dieu" und bedeutet: "Gott befohlen". Na, wenn das kein Segen ist. In diesem Sinne: "Tschüss", "Adieu" - oder "Gott befohlen"!


Text: Renate Kloss l Foto: ©bilderstoeckchen - stock.adobe.com

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