Ostern: Hochfest mit vielen Traditionen

Rund um das Osterfest ranken sich neben den kirchlichen Traditionen auch viele Bräuche. Bunt bemalte und versteckte Ostereier sind nur einer davon. Das Redaktionsteam hat mit Menschen gesprochen, was sie mit Ostern verbinden und wie sie das Fest feiern. Außerdem stellen wir einige Bräuche vor.

 

Das Symbol Osterkerze: Licht ist Leben

In der Welt und der jüdisch christlichen Religion hat das Licht immer schon eine besondere Stellung. Die Geschichte der Schöpfung beginnt mit den Worten: „Finsternis lag über den Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser“.

Gott sprach: „Es werde Licht.“ Und es wurde Licht. (Genesis 1)

Die Schöpfungs­geschichte aus dem Buch Genesis wird in jeder Osternacht vorgelesen.

Licht bedeutet Leben, so hat die Osterkerze eine herausragende Stellung in der Liturgie der Kirche. Sie ist das Symbol des aufer­standenen Herrn. Ihr Licht wird in der Osternacht am Osterfeuer entzündet und steht für den Triumpf, für den Sieg des Lichtes über die Finsternis, in Analogie zu der Auferstehung, die ebenfalls Triumpf des Lebens über den Tod bedeutet.

Christus sagt: „Ich bin das Licht der Welt“.

In der Osternacht wird die Kerze mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ – „Christus das Licht“ feierlich in die dunkle Kirche getragen. Mit dem Licht der Osterkerze werden dabei die vielen Kerzen der Gläubigen entzündet, sodass ihr Licht in der Dunkelheit erstrahlt als Zeichen des Triumpfes des Lebens über den Tod. Denn Christus sagt auch, wir sollen Kinder des Lichtes sein und in seinem Licht leben.

Die Osterkerze steht in der Osterzeit bis zum Pfingstfest, das acht Wochen nach Ostern gefeiert wird, im Altarraum. In der restlichen Zeit des Jahres wird sie bei Tauffeiern und Beerdigungen in den Altarraum gestellt und angezündet, um damit die Gegenwart Christi zu symbolisieren.


Text: Walburga Nauen l Foto: Petra Grüttner
Das A und O des Glaubens

Das A und O des Glaubens

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Immer schon gibt es an Ostern für alle in der Familie eine Osterkerze, die in der Osternacht gesegnet wird. Inzwischen bekommen die Kinder und Enkel eine Kerze für ihre je eigenen Familien. Bei meiner Großtante und meinem Großonkel brennt die Osterkerze jeden Tag am Frühstückstisch. Innerhalb der Großfamilie brennt sie bei Anlässen von Freud und Leid.

Mittlerweile besorgt und verteilt die zweitälteste Generation die Osterkerzen. Nicht mehr wie früher bei der familiären Agape im Anschluss an die Osternacht, sondern am Ostermorgen werden die Osterkerzen verteilt.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Ostern ist das A und O meines Glaubens (sagt mein 97-jähriger Großonkel)


Cornelia Derichs mit Eindrücken von ihrer Großtante Josefine und ihrem Großonkel Jupp Thewes l Foto: privat
Einfaches Mahl mit Freunden

Einfaches Mahl mit Freunden

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Für uns beginnen die "heiligen drei Tage" mir der Feier der Gründonnerstagsliturgie und seit nahezu zwanzig Jahren ist es guter Brauch in unserer Familie, anschließend Zuhause - früher mit unseren drei Kindern und heute auch mit Freunden - ein einfaches Mahl mit Fladenbrot, etwas Käse und Wein bzw. Traubensaft einzunehmen.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Für mich ist Ostern in religiöser Hinsicht das höchste Fest, da mit dem Gedenken an Tod und Auferstehung Jesu Facetten meines persönlichen Lebens, nämlich Angst und Zuversicht, Trauer und Hoffnung, Dunkelheit und Licht angesprochen werden, die ich auch im Alltag immer wieder einem DU anvertrauen kann.


Barbara Verholen (56), Aachen l Foto: privat
Bunt geschmückte Osterbrunnen

Bunt geschmückte Osterbrunnen

Zugegeben, in Krefeld sind sie bisher noch nicht gesichtet worden. Bunt geschmückte Ostergrunnen haben in anderen Gegenden allerdings eine lange Tradition. In der Fränkischen Schweiz begann man so um das Jahr 1910 damit, Brunnen zu Ostern reichhaltig zu verzieren. Der Schmuck besteht traditionell aus augeblasenen und künstlerisch bemalten Eierschalen und vielen bunten Papierbändern. Oft kommen auch noch Blumen hinzu.

Geschmückt werden die Brunnen vor allem wegen der Bedeutung des Wassers für das Leben. Und gerade dem Wasser der Osterzeit wurde und wird besondere Bedeutung beigemessen. So soll der Genuss von Osterwasser vor Krankheiten schützen und im Haus verspritzes Osterwassser gegen Ungeziefer wirken.


Foto: privat

Ei und Meerrettich

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Ja, in unserer Familie haben wir uns am Ostermorgen vor dem Osterfrühstück mit hart gekochten, geviertelten und mit geraspeltem Meerrettich bestreuten Eiern ein Frohes Osterfest gewünscht. Der Meerrettich symbolisiert die Bitterkeit des Todes, der durch das Symbol für die Auferstehung – dem Ei – überwunden wurde. Wichtig: beides gehört zusammen! Tod und Auferstehung. Ei und Meerrettich.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Die Auferstehung Jesu. Es ist das wichtigste christliche Fest.


Antworten: Mitarbeiterin in der Pfarre Maria Frieden
Größter Beweis der Liebe Gottes

Größter Beweis der Liebe Gottes

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

In der Familie haben wir keinen Brauch.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Ein Fest, dass uns den größten Beweis der Liebe Gottes an uns Menschen zeigt.


Rita Dalitz l Foto: privat
Nach der Fastenzeit mal wieder Fleisch essen

Nach der Fastenzeit mal wieder Fleisch essen

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Am Osterfest besonders Fleischspeisen, da kein Fleisch in der Fastenzeit gegessen wird. Am Karfreitag nach der Liturgiefeier wird ein besonderes Getränk zu sich genommen. Es ist bitter.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Jesus ist von den Toten auferstanden. Das ist unser Glaube. Die Auferstehungsfeier ist das wichtigste Fest.


Susi und Joy Varughese l Foto: privat
Eier färben

Eier färben

Ostern bedeutet für viele: bunte Ostereier! Vor allem die Kleinen freuen sich über die farbenfrohen Eier und möglichst viele in ihren Verstecken zu entdecken. In fast jedem Supermarkt finden sich zu dieser Zeit bereits fertig gefärbte Ostereier. In meiner Familie ist es allerdings Tradition die leckeren Frühstückseier selbst zu färben. Bereits meine Oma sorgte eigens dafür, dass für jeden genug Ostereier da waren. So verschönerte sie jedes Jahr, kurz vor Ostern mit der Hilfe ihrer Töchter, 90 Eier mit den verschiedensten Farbkombinationen. Seit vielen Jahren nun schon hat meine Tante diese Aufgabe übernommen mit der tatkräftigen Unterstützung meiner Cousine, meiner Schwester und mir. Wir kochen und färben zwar nur noch rund 50 Eier, aber auch das ist viel Arbeit, vor allem wenn man nach ein paar unifarbenen auch mehrfarbige Kunstwerke erschafft – oder es zumindest versucht.

Ganz wichtig dabei: alte Kleidung anziehen! Denn wenn’s mal spritzt, verteilen sich wenigstens keine bunten Punkte auf dem Lieblingspulli. Zunächst müssen alle Eier hart gekocht werden. In der Zwischenzeit können die Farbtabletten (fünf einer Farbe pro Topf) in Essig aufgelöst und mit heißem Wasser angerührt werden. Wir nehmen die Farben Rot, Blau, Grün, Gelb und Lila. Dazu sollten man alte Töpfe verwenden, da sich die Farbe sehr stark im Topf absetzen kann. Sind alle Eier gekocht und die Farbsuppen fertig, kann’s losgehen: die Eier werden so lange in die Flüssigkeit gelegt bis die Schale die Farbe gut angenommen hat und die Eier schön bunt sind. Hat man genug einfarbige Eier gefärbt und möchte man etwas Abwechslung haben, kann man den Farbsuppen ein wenig Öl hinzufügen, sodass die Farbe beim Eintauchen der Eier nur noch teilweise die Schale einfärben kann. So kann man die Eier in verschiedene Farben tunken, um bunte Muster zu erhalten. Zwar hat man bei dem ganzen Mischmasch manchmal das Pech ein fast braunes Ei zu erschaffen, doch meistens entstehen schöne marmorierte und farbenfrohe Ostereier. Zum Schluss werden alle Eier mit Öl eingerieben, um sie zum Glänzen zu bringen. Vielleicht inspiriert dies ja den ein oder anderen dieses Jahr mit Freunden oder der Familie sich etwas Zeit zu nehmen und selber ein paar Eier zu gestalten. Und wer die Eier lieber nur isst, anstatt sie zu färben, dem bleibt noch das Eierkitschen beim Osterfrühstück.


Text: Lisa Grüttner l Foto: Ulf Grüttner

Heimliche Feiern in Usbekistan

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Ostern in Usbekistan nahe der afghanischen Grenze, wurde von den dort ansässigen Christen heimlich gefeiert. Man traf sich zum Gottesdienst auf dem Friedhof und pflegte, wie hier zu Allerseelen, die Gräber. Dort Gottesdienst zu feiern war gefährlich und wurde von den Behörden unterbunden. Kirchenbauten gab es nicht, also haben die Christen gespendet und ein Wohnhaus gekauft. Die Männer bauten das Haus so um, dass die Räume nach Bedarf mit Trennwänden verändert werden konnten. Nach dem Gottesdienst ging die ganze Familie zum Haus unserer Großmutter, die in ihrem Garten den Tisch für uns gedeckt hatte. Aus Platzmangel bekamen erst alle Kinder etwas zu essen und während danach die Kinder im Garten spielten, konnten die Erwachsenen am Tisch Platz nehmen.

Heute bin ich selbst Großmutter, feiere Oster gemeinsam mit meinen Kindern und Enkelkindern.


Helene

Überraschungen und viel Schokolade

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Als Kind durfte ich am Ostermorgen die verstreckten Eier suchen. Für meine erwachsenen Kinder habe ich auch heute immer noch eine Osterüberraschung.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Wenn ich an Ostern denke fällt mir sofort Schokolade ein! Das war doch das größte, endlich mal wieder in Schokolade schwelgen zu können!


Barbara
Eierdeko mit Zwiebelschale und Fahrradschlauch

Eierdeko mit Zwiebelschale und Fahrradschlauch

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Ostereierfärben mit Fahrradschlauch und kleinen weißen Eiern, die ca. acht Minuten in Zwiebelschalen gekocht werden müssen und auf denen sich danach ein wunderschönes Muster bildet. Also, schon mal viele Zwiebelschalen sammeln und dann alles ab ins kalte Wasser mit den schmal geschnittenen Streifen aus weichem Fahrradschlauch. Früher in der Kapelle war es diese Art der gefärbten Eier, die am schnellsten unter die Leute kam.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Ostern ist ein sehr großer Feiertag den die Familie auf jeden Fall zu Hause feiert und auch jede andere Geburtstags- oder sonstige Feier abgesagt wird, weil das wichtige Osterfest Vorrang hat.


Anastasia, die in Oberschlesien im Kreis Oppeln geboren wurde, und Ernst Panczyk l Foto: privat
Die Tradition der Osterfreuer

Die Tradition der Osterfreuer

Es gibt viele Dinge, die die Osternacht zu etwas ganz Besonderem machen, und das Osterfeuer ist eines dieser Dinge. Das Osterfeuer ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Osternacht, denn bevor die Liturgie der Osternacht beginnt, wird draußen vor der Kirche ein Feuer entzündet, welches gesegnet wird, um an diesem dann die Osterkerze entzünden zu können. Doch nicht nur das macht das Osterfeuer besonders. Nach der Messe ist es ein Anlaufpunkt, um den sich die Menschen noch sammeln, sich begegnen, unterhalten, vielleicht einen Wein zusammen trinken und diesen Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Die Tradition eines Osterfeuers wird seit dem 16. Jahrhundert in einigen Teilen Deutschlands auch außerhalb der Kirche zelebriert. Hierbei werden die Holzstapel möglichst hoch getürmt, um das größte Feuer in der Umgebung zu machen. Die Menschen versammeln sich auch hier am Feuer, trinken und essen zusammen und kommen ins Gespräch.


Lisa Grüttner l Foto: Oskar - Fotolia.com
Beginn des ewigen Lebens

Beginn des ewigen Lebens

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Nein.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Das Fest der Auferstehung Jesu Christi nach seinem Tod und den Beginn des ewigen Lebens.


Ralph Hövel, Koordinator der Sakristane im Bistum Aachen l Foto: privat

Ostereier verstecken

Haben Sie in Ihrer Familie einen festen Osterbrauch?

Ja, wir gehen an Ostern in die Kirche und wir verstecken die Osternester.

Was verbinden Sie mit Ostern?

Mit Ostern verbinde ich den Glauben, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und die Hoffnung, dass es für uns alle eine Auferstehung nachdem Tod gibt. Ausserdem liebe ich den Brauch Ostereier zu verstecken!


Angelika Rosellen-Erbes (41), Traben-Trarbach/Wolf
Das Osterwasser

Das Osterwasser

Das Osterwasser ist ursprünglich wohl ein heidnischer Brauch. Seit Anbeginn der Menschheit gilt Wasser als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Schon die alten Germanen verehrten das Wasser zum Andenken an die Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera. Es war Brauch, dass die Mädchen und Frauen das Wasser in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag aus einem Bach schöpften und es schweigend nach Hause trugen. Im Volksmund wurde dieses Wasser auch „Plapperwasser“ genannt, weil die jungen Männer versuchten, die Mädchen zum Lachen oder Sprechen zu bringen. Es sollte gegen Augenleiden, Ausschlag und andere Krankheiten geholfen haben. Kinder, die mit dem Osterwasser getauft wurden, sollten besonders intelligent werden.

Seit dem 2. Jahrhundert ist es bei den Christen Brauch, das Taufwasser in der Osternachtfeier zu weihen. Dazu wird die Osterkerze in der Feier dreimal in das Becken mit dem Wasser getaucht. Dabei wird ein Gebet gesprochen: „Durch deinen geliebten Sohn steige herab in dieses Wasser die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir alle, die durch die Taufe mit Christus begraben sind in seinem Tod, durch die Taufe mit Christus auferstehen zum ewigen Leben.“ Danach erneuern die Gläubigen ihr Taufversprechen und werden dann mit dem geweihten Wasser besprengt.

Die Gläubigen können von dem geweihten Wasser mit nach Hause nehmen und es in ihrer Wohnung in ein kleines Weihwasserbecken füllen. Bei den Taufen an oder nach Ostern wird dieses Wasser dann für die Taufe verwendet.

In der Gemeinde St. Clemens werden jedes Jahr ca. 30 Liter Wasser in der Osternacht geweiht. Dieses Wasser bleibt bis zum 2.Sonntag nach Ostern im Altarraum stehen und wird danach in dem Weihwasserbehälter in der Kirche gelagert. Es kommen immer noch Gläubige und nehmen von diesem Wasser etwas mit nach Hause.


Text: Lisa Grüttner
Weihwasser bei uns zuhause.

Weihwasser bei uns zuhause.

Direkt an der Eingangstüre unserer Wohnung hing ein kleines Weihwasserbecken. Jeden Morgen, wenn meine Geschwister und ich zur Schule gingen, bekreuzigte unsere Mutter uns mit Weihwasser auf der Stirn. Damit stellte sie unseren Weg und den ganzen Tag unter Gottes Segen. Wir konnten frohen Mutes das Haus verlassen und fühlten uns geborgen in Gottes Hand. Heute hängt dieses kleine Weihwasserbecken in meinem Zimmer, erinnert mich an eine wohlbehütete Kindheit und gibt immer noch die Zuversicht unter Gottes Schutz zu stehen.


Text und Foto: Renate Kloss
 

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