Maria Frieden sucht die Krippenbauer des Jahres 2020

Krippe basteln

Das Jahr 2020 ist das Jahr vieler neuer Ideen. Auch wir wollen die Kreativität unserer Gemeinde­mitglieder und Leser ein wenig herausfordern und laden ein, Weihnachten 2020 mit einer selbstgebastelten Krippe zu feiern. Und damit es nicht nur schöne Ergebnisse gibt, sondern auch richtig Spaß macht, werden wir die selbstgebastelten Krippen hier auf der Homepage präsentieren.

Lockdown oder Lockdown light - es lässt sich nicht schönreden, momentan kann man wenig unternehmen. Die Gastronomie hat - bis auf die Versorgung von Selbstabholern - zu, Theater, Museen, Kinos und Sportstudios bieten ebenfalls keine Abwechslung. Und auch die kirchlichen Veranstaltungen sind auf ein Minimum heruntergefahren und können nur unter strengen Corona-Auflagen besucht werden werden. Keller und Schränke sind schon beim ersten Lockdown aufgeräumt worden, Renovierungsarbeiten ebenfalls in vielen Fällen schon erledigt. 

Da bleibt Zeit. Zeit, in den nächsten Wochen eine eigene nette Krippe fürs Weihnachtsfest zu gestalten. Unsere Vorgabe: Alles Selbstgemachte ist erlaubt. Wer mitmachen möchte, kann also malen, basteln, schreineren, schnitzen, zusammenstecken, aufbauen, häkeln, nähen etc. Ausgefallende Ideen sind ebenso gefragt, wie klassische Ansätze. Und dann einfach Fotos vom Ergebnis machen und diese mit dem Stichwort "Krippenbauer 2020" an die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken. Einsendeschluss der Bilder ist der 10. Dezember 2020, damit wir bis Weihnachten eine schöne Krippenpräsentation beisammen haben, die dann online gehen kann.

Was nicht gefragt ist, sind handelsübliche Krippen, also alles, was es fertig zu kaufen gibt, und Kopien von Fotos aus den sozialen Medien. Man muss sich schon selbst Gedanken machen und ein wenig Hand anlegen. Schließlich soll es ja auch eine recht exklusive Maria Frieden-Krippenpräsentation werden. 

Wir freuen uns über viele Einsendungen und haben für die originellste Krippe auch eine Überraschung parat.

Im Folgenden geben wir allen Interessierten noch ein paar Hintergründe rund um das Thema  Weihnachtskrippe mit auf den Weg.

Geschichte der Weihnachtskrippe

Geschichte der Weihnachtskrippe

Eine Krippe ist eine künstlerisch, figürliche Darstellung der Geburt Jesu in einem Stall in Bethlehem. Seine Mutter Maria legte ihn in eine Futterkrippe. An der Krippe stehen die Hl. Familie und die Hirten. Ein Ochse und ein Esel waren ebenfalls im Stall.

Die Evangelisten Lukas und Matthäus haben als erste die Geschichte der Menschwerdung Jesu schriftlich festgehalten. Die Geschichte vom Evangelisten Lukas, die er wahrscheinlich im 2. Jahrhundert nach Christus geschrieben hat, ist die bekanntere. So wurde die Menschwerdung Jesu mündlich in den Christengemeinden weitergegeben. Erste bildliche Darstellungen finden sich bereits im 4. Jahrhundert in Katakomben in Rom, aber die genaue Entstehung einer Darstellung ist eher auf eine lange Entwicklung zurückzuführen.

Franz von Assisi wird oft als Vater der Krippendarstellung gesehen. Er gestaltete im Jahr 1223 eine Höhle im Wald als Krippe. Er stellte einen Ochsen und einen Esel dort hin und erzählte den des Lesens unkundigen Menschen die Geschichte der Menschwerdung Jesu.

In der Sixtinischen Kapelle, in einem Seitenschiff der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom, steht ein Altar von Arnolfo di Cambio aus dem Jahr 1291. Darauf sieht man die Krippe in Form eines kleinen Hauses mit Alabasterfiguren, die die Anbetung der Hl. Drei Könige darstellt. Auch gotische Schnitzaltäre stellten oft die Geburt Jesu dar und sind somit Vorläufer der Krippen.

Erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts tauchten Weihnachtsdarstellungen in vielen katholischen Kirchen in ganz Europa auf. Es war viele Jahrzehnte üblich, dass sie nur in Kirchen und Klöstern zu sehen waren.

Anfang des 17. Jahrhunderts begannen Bergbauern in Südtirol Krippen aus Holz zu schnitzen. Sie fertigten Maria, Josef und das Christuskind sowie die Hirten, Könige und zahlreiche Tiere. Damit begann dann langsam der Einzug der Krippe in heimische Wohnzimmer. Mit der Zeit wurden die Darstellung immer mehr den heimischen Landschaften angepasst und ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam die orientalische Krippe immer mehr zur Geltung.

Leider gab es auch immer wieder Zeiten, in der das Aufstellen von Krippen gesetzlich verboten war, z.B. unter Kaiserin Maria Theresia oder ihrem Sohn Joseph II. Dies führte aber nicht dazu, dass die Krippen verschwanden, sondern das Interesse an dieser Kunst wurde immer größer und wurde gar zu einem großen Kunsthandwerk.

Text: Petra Grüttner
 


Fotos: Karoline Thalhofer - stock.adobe.com, Petra Grüttner