Interview mit Cornelia Derichs zur neuen Form der Kommunion­vor­be­rei­tung

Gemeindereferentin Cornelia Derichs Foto: Uwe Rieder

 

Frau Derichs, Sie sind als Gemeindereferentin in der Pfarrei Maria Frieden für die Kommunionvorbereitung zuständig. Auf der Homepage der Pfarrei und in den Mitteilungen sprechen Sie von Veränderungen – worauf beziehen sich diese?

Zunächst einmal bezieht sich das darauf, dass wir als Pfarrei in diesem Jahr die Familien der 3. Klässler nicht angeschrieben und zu Elternabend und Vorbereitung eingeladen haben. Allein das hat verschiedene Gründe. Zum einen hat dies durch den in den letzten Jahren schärfer gewordenen Datenschutz datenschutzrechtliche Gründe, zum anderen möchten wir der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Familien Rechnung tragen. Zukünftig wird es offener, wann ein Kind bzw. eine Familie jeweils Erstkommunion feiert und sich darauf vorbereitet. Es wird nicht mehr das 3. Schuljahr fokussiert.

Neben dieser Veränderung gibt es auch Erweiterungen in den Wegen der Vorbereitung.

Wie sehen diese neuen, erweiterten Wege aus? Und was motiviert Sie zu diesem Schritt?

Wir möchten die ganze Familie bewusster aktiv in die Vorbereitung einbeziehen.

Es besteht weiter die Möglichkeit, dass sich Kinder innerhalb einer Kleingruppe vorbereiten, die von Katechet*innen begleitet werden.

Darüber hinaus gibt es die Vorbereitungsform, in der konkret die Familie eingebunden ist. Das Kind und Angehörige der Familie nehmen an Aktionen teil und sammeln gemeinsam Glaubenserfahrungen. Das beinhaltet die gemeinsame Teilnahme an Veranstaltungen, Gottesdiensten und Angeboten oder, dass das künftige Kommunionkind mit einem Elternteil an besonderen Angeboten wie der „MitMachKinderBibel“ oder den „Quartalstreffen“ teilnimmt.

Im Sinne der Familienpastoral stelle ich in der Vorbereitung künftig somit das Kind mit der Familie bzw. dem Bezugssystem in den Mittelpunkt. Glaube lernt man durch Erleben und Erfahrungen, die man (gemeinsam) sammelt. Und dabei braucht man Vorbilder; dabei sind Eltern und Bezugspersonen im Besonderen gemeint und gefragt. Und, Glauben lernt man sein Leben lang. Somit sind die Angebote auch auf die Erwachsenen ausgerichtet. Gemeinsam mit allen Generationen entdecken wir unseren Glauben in unserem Leben, unserem Alltag und Umfeld.

Wir, das Pastoralteam, möchten auf diese Weise die Selbstständigkeit der Familien stärken und ernst nehmen. Als Grundlage hierfür sehen wir die grundsätzliche Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen sowie die Zusage der Eltern bei der Taufe, ihr Kind im Glauben zu erziehen und zu begleiten. Wir sind als Kirche auf dem Weg mit dabei: als Wegbegleiter, als „Anbieter“ und als Dialogpartner.

Sie erwähnten, dass sich das Kind und die Familie auf die Erstkommunion vorbereiten. Was ist das Neue daran?

Der klassische Kommunionkurs wird abgelöst durch einen neuen Weg. Das Kind wird nicht mehr ausschließlich in einer festgelegten Kleingruppe vorbereitet. Die Vorbereitung kann innerhalb der Familie (Bezugssystem) stattfinden. Als Team geht die Familie den Weg der Vorbereitung auf das Sakrament mit. Jede und jeder ist gefragt. Die Familien entdecken den Glauben und Jesus gemeinsam.

Darüber hinaus hat jedes Kind, jede Familie ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Bedürfnisse. Somit können künftig z.B. Start und Dauer der Vorbereitung variieren.

Inhaltlich wird es die bereits erwähnten Elemente geben:

  • das laufende Kirchenjahr mit den vielfältigen Angeboten der Pfarrei für Kinder und Familien.
  • das Projekt der „MitMachKinderBibel“
  • sowie die thematischen „Quartalstreffen“

Das klingt interessant. Nun leben wir aber aktuell in Zeiten von Corona. Sicher wird es Einschränkungen geben, oder?

Natürlich. Als Pfarrei orientieren wir uns an den Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowohl des Landes und Bundes als auch des Bistums. Bei allen Angeboten gilt es, die jeweils gültigen Vorschriften und Hygienemaßnahmen einzuhalten. Nähere Informationen wird es hierzu auf der Homepage bzw. in einem gesonderten Schreiben an alle angemeldeten Familien geben.

Somit schränken die Maßnahmen der Pandemie natürlich auch diesen Bereich ein. Trotz dieser Einschränkungen eröffnen sich aber auch Möglichkeiten, auch innerhalb der Kirche - und hier konkret bezogen auf die Kommunionvorbereitung - neue Wege zu gehen. Neue Wege gehen, das kennen Sie aus Ihrem Umfeld und Alltag, das erleben und gestalten wir auch in der Kirche.

Danke für das Gespräch

Auch ich danke für das Gespräch und freue mich auf den gemeinsamen Weg mit den Kindern und Familien!


Und wenn Sie sich bzw. Ihr Kind bisher noch nicht angemeldet haben, sind Sie herzlich zu einem weiteren Elternabend am Mittwoch, 07.10.2020 um 20 Uhr in St. Bonifatius (Bonifatiusstr. 17, 47807 Krefeld) eingeladen. An diesem Abend informiere ich Sie über die Vorbereitungswege und Sie haben die Möglichkeit, Ihr Kind anzumelden.

Cornelia Derichs, Gemeindereferentin


Das Interwiew erschien in der Fischelner Woche. Es kam infolge der Berichterstattung über neue Ansätze bei der Kommunionvorbereitung auf der Homepage von Maria Frieden zustande.