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10 Aug 2020
19:30  –
Sitzung des Maria Frieden Rates

Der erste Gottesdienst nach vielen Wochen der Ruhe und des Abstands

Am vergangenen Wochenende, genauer am 09. Mai 2020, gab es den ersten Gottesdienst in Maria Frieden nach vielen Wochen ohne die gewohnten Feiern. Eine lange Zeit, die auch deutlich macht, welche Bedeutung die Gottesdienste im eigenen Leben haben. Und man konnte einen Eindruck davon bekommen, ob die elektronischen Medien das Gottesdiensterlebnis zumindest annähernd ersetzen können. Wir haben Eindrücke zusammengetragen.

Eine ganz normale Feier mit einigen Besonderheiten

Am 9. Mai 2020 sollte es soweit sein. Nach vielen Wochen des Wartens war für diesen Tag der erste Gottesdienst in der Pfarrkirche von Maria Frieden angekündigt. Welche Freude dies zu hören!

Die von den fünf Diözesen mit dem Land NRW erarbeiteten Rahmenbedingungen wurden eingehalten. Durch telefonischer Anmeldung und Angabe der Kontaktdaten war es möglich, dass 40 Personen am Gottesdienst teilnehmen konnten.

Ein Ordnungsdienst regelte den Einlass und die Sitzordnung, so dass der nötige Abstand gewährleistet war. Alle Kirchenbesucher kamen mit vorgeschriebener Mund-Nasen-Bedeckung und hielten schon beim betreten der Kirche den Abstand ein. Jede zweite Bank war in abgemessener Begrenzung markiert und Ordner wiesen die Plätze zu.

Die Altersstruktur der Besucher war gemischt, Kinder habe ich keine gesehen. Auch wenn man viele sicherlich kannte, war wegen der Mund-Nasen-Bedeckung und der Entfernung, ein Erkennen schwierig.

Es war eine ruhige, erwartende Atmosphäre je mehr es auf den Beginn des Gottesdienstes zuging. Ein Gottesdienst ohne Gesang damit hatte man ja gerechnet, doch sah man beim Eintreffen des Organisten eine freudige Bewegung in den Gesichtern der Gottesdienstbesucher.

Mit Begleitmusik zog der Pfarrer mit Diakon in die Kirche ein und die Gottesdienstbesucher wurden mit erklärenden Worten zur Situation begrüßt. Unter Einhaltung der Abstandsregeln am Altar wurde der Gottesdienst in der gewohnten liturgischen Form gestaltet. Einzige Ausnahme war, dass die Lieder nicht gesungen sondern vom Diakon bei leiser Begleitmusik vorgelesen wurde und auch von den Gottesdienst Besuchern gebetet wurden. Dies fand ich, war eine sehr schöne Idee und ließ die österliche Zeit anklingen.

Statt einer Kollekte standen an den Ausgängen Körbe bereit. Jedem, der es wünschte wurde die Kommunion am seinem Platz durch den Pfarrer gereicht. Die Verbundenheit mit Jesus Christus durch den Empfang der Kommunion, ist das was mir bei der Teilnahme an den digitalen Gottesdiensten am meisten gefehlt hat.

Da die Menschen durch das öffentliche Leben schon mit dieser Situation vertraut sind, war es kein Behelf, kein verspätetes Ostern, kein Nachholen der verpassten Gottesdienste sondern eine ganz normale sonntägliche Eucharistiefeier.

Text: Renate Kloss 


Gottesdienste als Live-Stream

Gottesdienste als Live-Stream

Der Glaube und in die Kirche gehen gehören zu meinem Leben dazu. Aber ich gebe gerne zu, dass ich nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe. Der Kirchgang ist mir aber an bestimmten Tagen und besonders zu Weihnachten und von Palmsonntag bis Ostern wichtig. In diesem Jahr fand ich es sehr traurig, dass es ab Mitte März wegen Corona keine Messfeiern mehr geben durfte.

Deshalb habe ich an Messfeiern im Internet teilgenommen. An den Messfeiern aus dem Aachener Dom mit Bischof Dr. Dieser an Palmsonntag, Gründonnerstag und die Feier der Osternacht. Es war aber nur ein kleiner Ersatz so alleine vor dem PC. Keine Palmprozession, kein Osterfeuer und mit der Kerze in die dunkle Kirche einziehen, zusammen singen und die Kommunion empfangen. Ein wenig Gefühl gab es für mich an Karfreitag in St. Bonifatius. Dort war die Kirche nachmittags für einige Zeit geöffnet und es gab die Möglichkeit der Kreuzverehrung. Aber bei fünf Leuten in der Kirche auch ziemlich traurig.

Ich hoffe sehr, dass die Kirchen bald wieder öffnen dürfen.

Text Veronika Franssen l Illustration: Trueffelpix - stock.adobe.com


Rund acht Wochen ohne Kirche

Ein Seufzer der Erleichterung entfuhr wohl vielen, als die Corona-Einschränkungen gelockert wurden und der Besuch der Kirche wieder erlaubt wurde. Den Glauben gemeinschaftlich ausleben und die heilige Messe gemeinsam feiern zu können – nie hätte man gedacht, dass dies einmal nicht möglich ist.

Die vor zwei Monaten beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben in vielen Lebensbereichen zu starken Einschränkungen geführt und uns vor neue Herausforderungen gestellt. Die Maßnahmen betrafen plötzlich nicht nur Großveranstaltungen wie Konzert und Fachmessen, sondern auch die Kirche und den Besuch des Gottesdienstes. Die momentane Situation bringt viel Ungewissheit, Verunsicherung und Ängste. Wenn der regelmäßige Besuch der Messe und die Möglichkeit des Gebets in der Kirche untersagt wird, ist dies für viele ein starker Einschnitt ins alltägliche Leben und in die Auslebung ihres Glaubens. Es fällt womöglich schwer, die Gemeinschaft der christlichen Kirche zu spüren, wenn das Gebet nur alleine stattfindet. Die Kirche bietet immer Raum für Gespräche, einen Ort zum Zueinanderfinden, ein Ohr, das zuhört, eine Schulter, die tröstet, und die Möglichkeit Halt zu finden. Diese Möglichkeit physisch nicht mehr zu haben, ist vor allem in Krisenzeiten schwer, wo man doch verstärkt nach dem Halt im eigenen Glauben sucht.

Doch schnell zeigte sich, dass auch stille Gebete zu Hause, das Gespräch mit der Familie oder Gespräche mit unseren Mitchristen über das Telefon, Halt geben und trösten. Die Kirche sollte immer ein Ort sein, der den Menschen jederzeit offen steht zur Ausübung ihres Glaubens oder um Trost und Geborgenheit zu finden. Besondere Umstände erfordern jedoch manchmal besondere Maßnahmen, vor allem wenn es um die Gesundheit geht. Die moderne Welt bietet zum Glück technisch viele Möglichkeiten, um sich zu verbinden, gemeinsam zu beten, einander Kraft zu spenden oder die Messe mitzuerleben, auch ohne physisch an einem Ort versammelt zu sein. Dies haben viele Menschen in der letzten Zeit entdeckt, jeder auf seine eigene Weise. Trotzdem ist es eine Erleichterung, dies nun auch wieder im Raum der Kirche tun zu dürfen.

Text: Lisa Grüttner


Ohne Kirche durch die Fastenzeit und die Ostertage

Viele Wochen hielt und hält uns die Corona-Pandemie in Schach. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus veränderten und verändern immer stärker das alltägliche - zumindest das gewohnte - Leben. Für den einen und die eine wurde und wird dies als Einschränkung und Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und die eigene Freiheit erlebt. Andere sahen und sehen in diesen verrückten Wochen Chancen, zum lange fälligen und nötigen Aufbruch. Sie werden kreativ, testen und entwickeln neue Wege und Formen im Glaubensleben; zum Beispiel die Wiederentdeckung oder Weiterentwicklung alter Bräuche.

Auch eine breite Palette medialer und technischer Möglichkeiten wurden und werden in dieser Zeit getestet und genutzt. Anregungen für die Feier von Hausgottesdiensten, gestreamte Gottesdienste aus den Gemeindekirchen, Fernseh- und Radiogottesdienste, die zum Mitbeten und Mitfeiern daheim einladen, erreichen die Menschen über das Internet und die sozialen Medien. Ebenso werden Impulse, Texte und Podcasts benutzt, um die frohe Botschaft zu vermitteln und zu verbreiten.

Zum Verbreiten der Impulse und Gottesdienstfeiermöglichkeiten und zum Informieren der Menschen und Bekanntmachen der Projekte diente und dienen das Internet, die Homepages der Gemeinden, Pfarreien und der GdG, die Presse und die gute, bewährte Mund-zu-Mund-Propaganda.

Ein Angebot, das mich in diesen Wochen begleitet hat, ist die Agapefeier. Agape feiern ist ein Angebot, gemeinsam zu beten und zuhause Gottesdienst zu feiern. Die Feier der Agape (griech. „Liebe“/„Hingabe“) war seit den Tagen der frühen Christen ein bedeutender Teil des Gemeindelebens, um die Gemeinschaft untereinander zu pflegen. Doch verschwand diese Form der Zusammenkunft in den folgenden Jahrhunderten.

In den letzten Jahren erfuhr die Agapefeier eine Renaissance. Denn sie ist eine Form, die Glaube, Alltag und Leben in besonderer Form verbindet. In kleinen Tischgemeinschaften werden Leben und Glauben miteinander geteilt. Diese Erfahrungen werden im Hören des Wortes und im Brechen des Brotes sowie dem anschließenden gemeinsamen Essen im Licht des Glaubens gedeutet. Die Agapefeier als Zeichen der Gemeinschaft ist eine Form, die jede/jeder Gläubige feiern kann. Unsere Taufwürde als Christen gibt uns dazu das nötige Rüstzeug.

Die Agapefeiern sind eine Bereicherung des gottesdienstlichen Lebens in unseren Gemeinden. Sie sind ein tiefer Ausdruck der Einheit der Christen untereinander und mit Christus. Sie sind ein starkes Zeichen unseres gemeinsamen Auftrags, Gottes liebende Zuwendung zu allen Menschen in der Welt erlebbar zu machen.

Ich habe in diesen Wochen und vor allem in der Karwoche, den Ostertagen und der Osterzeit die Agapefeiern schätzen gelernt. Für jede Feier habe ich ein kleines Brot selber frisch backen. Die Beschäftigung und der Austausch über die jeweiligen Bibelstellen sind mir sehr wertvoll geworden. Auch habe ich Agape am Telefon und via Skype mit anderen gefeiert. Da spielten auch viele Kilometer Entfernung keine Rolle. Verbunden wusste ich mich darüber hinaus mit vielen Menschen, die wie ich auf der Suche nach Möglichkeiten waren, gemeinsam zu Hause oder auch im Herzen verbunden Gott zu danken und zu loben.

Auch suchten meine Kollegin Anne Hermanns-Dentges und ich Formen, Kindern die gute Botschaft von Gott und die Berichte der Heiligen Woche, von Ostern und der Osterzeit nahe zu bringen. Unser Projekt nennen wir MitMachKinderBibel. Es ist ein Angebot für Kinder und Familien. Das jeweilige Evangelium haben wir in einem kurzen Videoclip aufgenommen. Die Kinder sind eingeladen, das Gesehene und Gehörte nachzuspielen, nachzubasteln oder kreativ nachzubauen. Gemeinsam können sie über das Gehörte reden und überlegen, was es für sie bedeutet. Ein gemeinsames Gebet, das Vater unser und Fürbitten schließen den jeweiligen (Sonn-) Tag ab. Mit einem Segen und dem gemeinsamen Teilen des (selbstgebackenen) Brotes, mit Essen und Trinken endet der gemeinsame Familien-Haus-Gottesdienst, das jeweilige Kapitel der MitMachKinderBibel.

Besonders die kreativen Elemente habe ich für mich selber umgesetzt. Auf dem Foto sieht man meine diesjährige Osterkerze. Sie ist mit Wasserfarbe bemalt, Kreuz und Sonne sind zentrale Symbole von Ostern.

Familienpastoral nennen es die einen, gelebter Glaube daheim die anderen. Mich erfüllen diese Projekte, die kreative Auseinandersetzung und Beschäftigung mit unserem Glauben, Jesu Botschaft und den guten Traditionen unseres Glaubenslebens. Und ich hoffe sehr, dass es nicht nur Projekte in Notzeiten - wie es die Coronakrise ist - sind, sondern dass es Aufbrüche sind in eine weite Zukunft…

Auf jeden Fall: Gott ist da, in unserem Leben, mitten unter uns, wo wir uns versammeln, von ihm erzählen, Brot miteinander teilen und sein Wort hören, wo wir uns aktiv mit seiner Botschaft auseinandersetzen und Gott und seine Botschaft kreativ in unser Leben lassen!

Text und Fotos: Cornelia Derichs

 


Fotos vom Gottesdienst St. Clemens: Petra Grüttner

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