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Vorlagen für Agapefeiern in der Heiligen Woche

Liebe Mitchristen,

wir alle befinden uns im Moment in einer Ausnahmesituation, die uns herausfordert, manchmal überfordert und oft ängstigt. In diesen Tagen ist es wichtiger denn je, zu wissen, dass wir nicht alleine sind, sondern füreinander da sind und uns gegenseitig tragen.

In Gemeinschaft bleiben, ohne uns persönlich zu begegnen, das ist eine große Herausforderung. Viele vermissen gerade in dieser Zeit die Möglichkeit, zusammen zu kommen oder gemeinsam Gottesdienst zu feiern, in den kommenden Kar- und Ostertagen sicher ganz besonders.

Deswegen haben wir Vorlagen für Agapefeiern in der Heiligen Woche für Sie und Euch zusammengestellt. Das ist ein Angebot, um gemeinsam zu beten und zuhause Gottesdienst zu feiern.

Die Feier der Agape (griech. „Liebe“/ „Hingabe“) war seit den Tagen der frühen Christen ein bedeutender Teil des Gemeindelebens, um die Gemeinschaft untereinander zu pflegen. Doch verschwand diese Form der Zusammenkunft in den folgenden Jahrhunderten.

In den letzten Jahren erfuhr die Agapefeier eine Renaissance. Denn sie ist eine Form, die Glaube, Alltag und Leben in besonderer Form verbindet. In kleinen Tischgemeinschaften werden Leben und Glauben miteinander geteilt. Diese Erfahrungen werden im Hören des Wortes und im Brechen des Brotes sowie dem anschließenden gemeinsamen Essen im Licht des Glaubens gedeutet.

Die Agapefeier als Zeichen der Gemeinschaft ist eine Form, die jede/jeder Gläubige feiern kann. Unsere Taufwürde als Christen gibt uns dazu das nötige Rüstzeug.

Die Agapefeier ist eine Bereicherung des gottesdienstlichen Lebens in unseren Gemeinden, auch und gerade jetzt, wo aufgrund der aktuellen Situation keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden dürfen. Agapefeiern sind ein tiefer Ausdruck der Einheit der Christen untereinander und mit Christus. Sie sind ein starkes Zeichen unseres gemeinsamen Auftrags, Gottes liebende Zuwendung zu allen Menschen in der Welt erlebbar zu machen.

Liebe Mitchristen,

seien wir gewiss: es wird Ostern werden. Unaufhaltsam. Das ist sicher.

Das ist unsere Hoffnung und unser Glaube an den Gott und Vater Jesu Christi. Ihm begegnen wir in diesen Tagen zwar nicht im Sakrament und nicht in der gewohnten Gottesdienstgemeinschaft, aber umso intensiver immer da, wo Menschen, ganz im Sinne Jesu zu zweit, zu dritt, als Familie oder auch alleine - in welcher Form auch immer – seine Botschaft leben.

Wo wir miteinander beten, das Brot teilen, einander lieben und füreinander einstehen, da findet Ostern statt: Bei uns, in den Familien und Partnerschaften, in unseren Gemeinden und an so vielen anderen Orten.

Seid behütet und behütet Euch und andere!

Cornelia Derichs, Gemeindereferentin, Stefan Knauf, Kaplan

Die Agapefeier-Anleitungen



Informationen zur Feier der Agape

Was brauchen wir?

  • Ablaufplan, ggf. Liedtexte und Lesungstexte für alle Mitfeiernden
  • Einen Tisch, gerne geschmückt mit Decken, Tüchern, Blumen, Kerzen usw.
  • Brot und Wein (Traubensaft/Wasser)
  • Verschiedene Dienste: VorleserIn, LeiterIn
  • Evtl. Instrumente und/oder Gerät zum Abspielen von passender Musik

Hinweise zur Feier einer Agape

Die Agape ist eine eigenständige liturgische Feier!

  • Deshalb sind Gebete, Lesungen und das Teilen des Brotes (und des Weines) zentrale Bestandteile einer Agape.
  • Die Feier lebt vom aktiven Mitmachen der Teilnehmenden. Frei formulierte Gebete und Fürbitten dürfen gerne eingebracht werden.
  • Die Agape unterscheidet sich deutlich von einer Eucharistiefeier: Sie wird nicht am Altar oder in einer Kirche gefeiert und mündet, wenn möglich, in ein richtiges Sättigungsmahl (Mittagessen, Abendessen).
  • Es geht bei dieser Feier nicht darum, eine überlieferte Form nachzuspielen (z.B. nicht auf dem Boden sitzen). Auch sollen die Feierformen anderer Religionen (z.B. jüd. Sedermahl) oder Konfessionen aus Respekt nicht imitiert werden.

Die Agape dient dem Wachsen der Gemeinschaft der Christen untereinander

  • Sie wird von einer/einem Gläubigen geleitet, denn jede/jeder hat durch die Taufe die Befähigung dazu.
  • Liturgische Kleidung der Beteiligten ist nicht nötig.
  • Die Tischgemeinschaft sollte eine überschaubare Größe haben.
  • Jede/jeder ist willkommen, „liturgisch Unerfahrene“ sollen in besonderer Weise in den Blick genommen werden und die nötigen Materialien erhalten, um die Handlungen gut mitvollziehen zu können.
  • Alles ist freiwillig, jede/jeder kann sich einbringen.

Praktische Tipps

Schriftgespräch: Nach einer kurzen Stille kommt die Tischgemeinschaft über das gehörte Wort Gottes miteinander ins Gespräch. Dazu kann der Lesungstext an alle verteilt werden. Zunächst ist jede/jeder eingeladen zu sagen, was ihr/ihm beim Hören wichtig geworden ist. Das Gesagte wird nicht kommentiert. Anschließend tauschen sich alle über das Schriftwort aus. Die Frage soll sein, welcher Impuls für das persönliche Leben aus dem Schriftwort folgt.

 


Foto: Václav Mach - stock.adobe.com 

 

Maria Frieden
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