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Maria Frieden Rat

St. Bonifatius: Fest und Konzert zum 60. Jahrestag der Kirchweihe

Im Juni feiert die Gemeinde St. Bonifatius den 60. Jahrestag der Kirchweihe. Der Festgottesdienst findet am 23.06.2019 um 10:00 Uhr statt und wird von den Pfarrbläsern und dem Chor Reinklang musikalisch gestaltet. Anschließend gibt es ein Fest auf dem Kirchplatz mit einem Platzkonzert der Pfarrbläser, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiern. Für Verpflegung ist gesorgt.

Die Kirche St. Bonifatius ist nicht für eine opulente Bauweise oder aufgrund prachtvoller Kunstwerke bekannt, sondern vielmehr für die Schlichtheit und die Offenheit, die dieser Kirchenraum ausstrahlt. Wer selbst schon einmal durch das hölzerne Hauptportal hinein in das Hauptschiff getreten ist, wird diesen Eindruck kennen. Die Holzdecke, die von ihrem niedrigsten Punkt am Taufbecken in Richtung Altarraum immer weiter ansteigt, um dort dann gipfelartig wieder abzufallen, die schlichten weißen Wände mit den unauffälligen, aber passenden Fenstern. Nicht ohne Grund wird die Kirche St. Bonifatius wegen ihrer unverkennbaren Form auch “Scheunenkirche“ genannt. Diesen Formfaktor hat sie dem Architekten Emil Steffann zu verdanken, der die Kirche einem seiner anderen Bauwerke, der sogenannten Notscheune in Boust in Lothringen nachempfunden hat.

Gebaut wurde die Kirche in den Jahren 1958 und 1959 als Neubau der ursprünglichen Rektoratskirche St. Bonifatius, von der noch Teile im heutigen Pfarrheim erhalten geblieben sind. Einen finanziellen, wie auch handwerklichen Anteil am Bau der Kirche hatten damals die in Stahldorf ansässigen Stahlwerke, die durch den Bau von Siedlungen für die Arbeiter einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes hatten.

Das Pfarrhaus ist direkt an den teilweise überdachten Außenbereich angeschlossen und bildet somit eine Einheit mit dem Gotteshaus. Direkt gegenüber der Kirche befindet sich die Kindertagesstätte St. Lioba, und folgt man dem Weg am Kindergarten vorbei, gelangt man zum Pfarrheim, in dem auch die Bücherei untergebracht ist.

Die Kirche besitzt keinen Turm, was dem Fakt geschuldet ist, dass es zur Bauzeit im Krefelder Süden einen großen Wasserturm gab, mit dem der Architekt Emil Steffann nicht in Konkurrenz treten wollte. Stattdessen befindet sich auf der Außenseite des Seitenschiffes ein großer Mauerbogen und in dessen Mitte eine Aussparung für die Kirchenglocke.

Der Altarraum hat sich im Laufe der Jahre im Gegensatz zu seinem ursprünglichen Zustand bei der Kirchweihe im Jahr 1959 wohl am deutlichsten verändert. Zunächst wurde in den Jahren 1978 und 1979 die neue Orgel (Heinz Wilbrand, Uebach-Palenberg) eingebaut, später folgten dann der von Theo Heiermann gestaltete Ambo, welcher den Hl. Bischof Winfried Bonifatius zeigt und der ebenfalls von Heiermann entworfene Tabernakel, auf dessen Bronzeplatten die Gaben von Brot und Wein in verschiedenen Formen dargestellt sind. Schräg über dem Tabernakel befindet sich in einer kleinen Nische in der Wand das ewige Licht, das bei Dunkelheit durch eine kleine Öffnung in Form eines Fisches auch von außen zu erkennen ist.

Der Altar befindet sich in der Mitte zwischen Ambo und Tabernakel, genau in der Mittelachse der Kirche und wurde im Zuge der Umgestaltung des Altarraumes vom Rechteck zum Siebeneck umgebaut. Damit ist er dem Taufbecken nachempfunden, welches am anderen Ende der Kirche genau gegenüber dem Altar liegt und mit einem kunstvoll gestalteten Reliefdeckel vom Künstler Elmar Hillebrand ausgestattet ist. Auf der Vorderseite des Altars befindet sich eine Reliquie des Hl. Bischof Winfried Bonifatius. Ebenfalls in der Mittelachse der Kirche hängt vor dem Altarraum am höchsten Punkt das große bronzene Hängekreuz von Elmar Hillebrand.

Richtet man den Blick vom Altarraum aus weiter nach rechts, erblickt man zunächst die hölzerne Marienfigur (süddeutsch, um 1500) und hinter dem steinernen Rundbogen, der den Scheunencharakter der Kirche verdeutlicht das Seitenschiff, mit den beiden Beichtstühlen und der kleinen Orgel, die aus der alten Kirche übernommen wurde. Im Seitenschiff werden auch heute noch die Wochentagsmessen und Wortgottesfeiern abgehalten. Im hinteren Teil des Seitenschiffes befindet sich die Sakristei.

Neben den großen und auffälligen, gibt es auch noch viele kleinere Sehenswürdigkeiten, die im ganzen Kirchenraum verteilt sind, beispielsweise den aus Emailarbeiten bestehenden Kreuzweg von Egino Weinert, den kunstvoll gestalteten Osterleuchter aus Marmor (Werkstatt Hillebrand), das Fenster hinter dem Taufbecken, welches die biblische Szene von Adam, Eva und der Schlange zeigt, oder die über die ganze Kirche verteilten Apostelleuchter.

Sowohl die fünf Fenster in der Nordwand der Kirche als auch das große Fenster in der Südwand wurden von Hubert Spierling aus Krefeld geschaffen. Die Fenster in der Nordwand sind in Grauschattierungen gehalten und fügen sich perfekt in das schlichte aber stilvolle Gesamtbild der Kirche ein. Das Fenster in der Südwand zeigt in stilisierter Form die zwölf Tore des Himmlischen Jerusalem.

Wenn man aus dem Seitenschiff durch das eiserne Seitenportal hinaus geht, befindet man sich wieder auf dem Kirchplatz, der im Jahr 2011 aufwändig saniert wurde. Erhalten geblieben ist dabei der von Theo Heiermann geschaffene Brunnen, der mit seinen steinernen Krügen an die biblische Szene der Hochzeit zu Kana erinnern soll und auf dessen Spitze eine kleine Marienfigur zu sehen ist. Im Innenhof werden zu besonderen Festen wie Palmsonntag oder in der Osternacht auch Teile des Gottesdienstes gefeiert.

Im Laufe der Jahre seit der Kirchweihe durch Bischof Dr. Johannes Pohlschneider am 21.06.1959 hat sich in St. Bonifatius viel getan, sowohl in der Kirche als auch in der Gemeinde. Wer sich ein wenig umhört, wird Geschichten von der bis zur letzten Sitzbank vollbesetzten Kirche und besonderen Ereignissen wie dem Rundfunkgottesdienst des WDR zu Fronleichnam im Jahr 1988 zu hören bekommen. Vom letzten großen Jubiläum, dem 50. Kirchweihfest im Jahr 2009, zeugte bis vor kurzem der Zeitstrahl an der Nordwand im Hauptschiff, der von Mitgliedern der Gemeinde erstellt wurde und auf dem alle eben genannten Ereignisse wiederzufinden waren. Damals gab es ein großes Hochamt mit Pfarrer Weigel und Pastor Rutten, mit anschließendem Fest auf dem damals noch nicht sanierten Kirchplatz. Jetzt, zum 60-jährigen Jubiläum wird dieser Zeitstrahl aufwendig erneuert und gefeiert wird natürlich auch wieder.

Wer noch mehr über das Gebäude und seine Kunstwerke erfahren möchte, dem sei der Kirchenführer zur Kirche St. Bonifatius empfohlen, der an den Schriftenständen in der Kirche erworben werden kann. Noch besser eignet sich natürlich ein persönlicher Besuch, am besten am 23. Juni.


Text: Philipp Wallrath l Fotos: Pfarrarchiv, Ulrike Rosellen 

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