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Jugend­frei­zeit­ein­rich­tungen Canapee und Casa­blanca gegen Rassis­mus

Im Rahmen einer Kooperation der Kinder- und Jugend­freizeit­einrich­tungen des katho­lischen Kirchen­gemeinde­verbands Krefeld Süd und dem Verein Heimat­sucher haben sich an drei Tagen in den Osterferien 13 Kinder und Erwachsene der Jugend­freizeit­ein­richtun­gen Casablanca und Canapee getroffen um gemeinsam herauszufinden, wo Rassismus stattgefunden hat, wo er auch heute noch stattfindet und was wir dagegen tun können. Wie schon im Vorjahr, wurde das Projekt von dem Verein Heimatsucher begleitet, der sich intensiv mit den persönlichen Geschichten von Überlebenden des Holocaust beschäftigt. Wir sind sehr froh darüber, dass die Sparkasse Krefeld Oppum uns hierbei finanziell maßgeblich unterstützt hat.

Gestartet wurde am ersten Tag mit Kennlernspielen und dem Gestalten eines Steckbriefes. Danach haben die Kinder ihr bemerkenswertes Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus zusammen getragen.

Im nächsten Schritt wurde ein ganz normaler Tagesablauf der Kinder in der heutigen Zeit betrachtet. Was tust du als ersten nach dem Aufstehen? Was machst du am liebsten nach der Schule? Was isst du gerne zum Abendbrot? Anhand dieser konkreten Beispiele wurden die Antijüdischen Gesetze erklärt. Die Kinder waren erschrocken zu sehen, was jüdischen Menschen damals alles verboten wurde. Sie durften keine Schule besuchen und keine Haustiere besitzen. Sogar das Freundlich sein zu jüdischen Menschen stand unter Strafe.

Am zweiten Tag wurde die Lebensgeschichte von Elisheva Lehman erzählt. Elis, wie gute Freund*innen sie nennen dürfen, musste ihre erste große Liebe in der Zeit des Nationalsozialismus verlassen, um sich mit ihrer Familie vor den Nazis zu verstecken. Die Kinder waren sehr traurig, dass sie leider ihre Jugendliebe nach Kriegsende nicht wieder gesehen hat. Trotz der ständigen Angst entdeckt zu werden, das Verfolgen der Juden und dem Verlust der ersten große Liebe, fanden die Kinder es sehr bemerkenswert, dass Elisheva ihre Freude am Leben nicht verloren hat. Jedes Kind, das wollte, durfte Elisheva einen persönlichen Brief schreiben, der ihr auch zugestellt wird.

Am dritten Tag haben die Kinder dann noch zwei weitere Geschichten gehört. Da einige Kinder im Vorjahr mit dem Jugendfreizeiteinrichtungen Canapee und Casablanca das Anne Frank Haus in Amsterdam besucht hatten, wurde die Lebensgeschichte von Anne Frank erzählt. Im Anschluss wurde dann die Lebensgeschichte ihrer besten Freundin Hannah Pick-Goslar vorgetragen. Hannah ist nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten mit ihrer Familie nach Amsterdam geflohen. Hier lernte sie Anne Frank kennen. Die beiden wurden sehr gute Freundinnen und besuchten zusammen die gleiche Schule. Hannah wurde später mit ihrem Vater und ihrer Schwester verhaftet und nach Bergen-Belsen deportiert. Dort traf sie kurz vor Kriegsende wieder auf Anne Frank. Nach dem Erzählen der beiden Geschichten haben die Kinder Hannah Bilder gemalt und Briefe geschrieben, über die sich Hannah bald freuen wird.

An den drei Tagen durften natürlich, gerade wegen der Beschäftigung mit einem so ernsten Thema, Bewegung und Spaß nicht zu kurz kommen. In den Pausen haben die Kinder miteinander gespielt, sind um die Wette gerannt und haben viel gelacht.

Am Ende der drei Tagen waren sich die Kinder einig: so eine Ungerechtigkeit, wie in der Zeit des Nationalsozialismus, darf nie wieder passieren. Deshalb haben sich alle Kinder und Erwachsenen eine konkrete Sache überlegt, die sie sich für die Zukunft vornehmen.
Alle sind froh die (Über)Lebensgeschichten der Zeitzeuginnen gehört zu haben


Text: Friederike Lingemann

Maria Frieden
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