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Gleichnisse in der Bibel

  • Foto: iStock.com/BibleArtLibrary

Ein Gleichnis ist eine Erzählung, in der eine Situation oder eine fiktive Geschichte erzählt und dazu ein Vergleich genannt wird. In der Bibel finden wir zahlreiche Gleichnisse, mit denen Jesus den Menschen beschreiben will, wie Gott ist und wie es im Reich Gottes aussieht. Sie bestehen in der Regel aus sprachlichen Bildern und Metaphern. Aber Jesus hat diese Art der Erzählung nicht erfunden, schon Aristoteles sprach in Vergleichen, was den Gleichnisse entspricht. Beide nutzen Wörter aus einem Bedeutungszusammenhang und übertragen sie in einen anderen.

Jesus hat im neuen Testament in den Evangelien seinen Jüngern viele Gleichnisse erzählt. Er wollte ihnen damit das Himmelreich und das Leben bei Gott nahe bringen und erreichen, dass sie Jesu Lehren folgen. Er fordert die Menschen auf, sich auf Vergleiche einzulassen, und erreicht damit, dass sie sich Gott und sein Handeln besser vorstellen können.



Das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt uns die Liebe Gottes zu jedem Menschen auf sehr anrührende Weise. Oder beim Gleichnis vom Senfkorn erfahren wir, wie Jesus sich das Himmelreich vorstellt. Jesu erzählt auch bewusst Gleichnisse aus dem Lebensraum von Frauen, weil er damit ein konkretes Thema aus dem Alltag anspricht und so emotional vermitteln kann, was er meint.

Manche Gleichnisse sind auch Parabeln, Erzählungen, die die Eigenschaft Gottes anhand einer Begebenheit darstellen. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn z.B.: Gott nimmt sich jedes Menschen an, auch wenn er sich von ihm abgewandt hat.

Dann gibt es noch Gleichnisse, die als Allegorie erzählt werden, also so, dass man den Inhalt in allen Bestandteilen deuten kann. Das heißt, man kann sich im Gleichnis vom bösen Weingärtner fragen, wer der Weinbergbesitzer und wer der Pächter sind. Außerdem gibt es noch Gleichnisse, die beispielhaft erzählen, was gut und was schlecht ist. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter wirft die Frage „Wer ist mein Nächster?“ auf. Der unter die Räuber geratene, verletzte Mann ist für den Samariter der Nächste, lautet die Antwort Jesu.

Manche Gleichnisse sind auch schon in unserem Sprachgebrauch verankert und werden sprichwörtlich genutzt. Das Kamel, das durch ein Nadelöhr geht, oder das Licht, welches man nicht unter einen Scheffel stellen soll.

In loser Folge werden wir im Anschluss an diesen einleitenden Beitrag hier auf der Homepage Gleichnisse aus der Bibel vorstellen.

Petra Grüttner