Messwein

Der Messwein spielt in einem katholischen Gottesdienst eine wesentliche Rolle, da er symbolisch für das Blut Jesu Christi steht. Lange Zeit war es Laien vorenthalten, die Kelchkommunion zu empfangen, und lediglich die Priester durften den konsekrierten (gewandelten) Wein zu sich nehmen. Seit dem zweiten vatikanischen Konzil darf auch die Gemeinde die Kommunion in beiderlei Gestalt empfangen, an einigen Feiertagen ist dies sogar ausdrücklich erwünscht (z.B. an Gründonnerstag).

Früher wurde meist Rotwein als Messwein eingesetzt. Dies änderte sich aber im Laufe der Jahre und so wird heute aus Gründen der Praktikabilität meist Weißwein verwendet.

Bei der Wandlung darf nur Wein verwendet werden, der die Vorgaben des Kirchenrechts erfüllt. Der Wein muss komplett „naturrein“ und frei von sämtlichen Zusatzstoffen sein. Außerdem ist er mit größter Sorgfalt aufzubewahren und es ist, wie es in der „Grundordnung des römischen Messbuchs“ aus dem Jahr 2007 heißt, dafür zu sorgen, "dass der Wein nicht zu Essig wird“. Bis zum Jahr 2014 kamen als Messwein nur Produkte von kirchlich vereidigten Lieferanten in Frage, deren Zulassung alle fünf Jahre durch den Bischof überprüft wurden. Im Jahr 2014 beschloss die Deutsche Bischofskonferenz aber eine neue Messweinverordnung, in der einige ältere Vorschriften aufgelockert, bzw. aufgehoben wurden. Demnach kann im Grunde jeder Wein, der nach dem deutschen Weinrecht die Anforderungen eines Qualitätsweines erfüllt als Messwein genutzt werden, ausgenommen Tafelwein.

Ein Qualitätswein liegt nach deutschem Weinrecht eine Stufe über dem Tafel- und eine unter dem Prädikatswein. Qualitätsweine dürfen nur in bestimmten Anbaugebieten angebaut werden und müssen eine Mindestqualität des Lesegutes erfüllen, die regelmäßig kontrolliert wird.

Aufgrund der besonderen Qualitätsansprüche betrieb die Kirche viele Jahre lang eigene Weingüter, die ausschließlich der Produktion von Messwein dienten. Die Zahl dieser Weingüter hat allerdings im Laufe der Zeit abgenommen.

Traubensaft kommt als Alternative zum Messwein nicht in Frage. Nur in seltenen Ausnahmefällen, wenn Priester aus gesundheitlichen Gründen keinen Wein trinken dürfen, darf statt Wein Traubenmost eingesetzt werden, der durch Einfrieren haltbar gemacht wurde.


Text: Philipp Wallrath l Foto: Renate Kloss

Maria Frieden
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