Liturgische Gewänder

Liturgische Gewänder sind Kleidungsstücke, die während des Gottesdienstes vom Bischof, Priester, Diakon oder anderen im liturgischen Dienst Tätigen getragen werden. Die Vielfalt der Dienste wird im Gottesdienst durch eine unterschiedliche liturgische Gewandung verdeutlicht und weist damit auf die unterschiedlichen Funktionen der am Gottesdienst teilnehmenden Personen hin. Auch wird dadurch der festliche Charakter dieser Feier hervorgehoben.

Zu Beginn des Christentums gab es keine liturgischen Gewänder. Erst gegen Ende des 4. Jahrhunderts trugen Bischöfe oder Priester liturgische Kleidung, die anfangs noch an die Kleidung römischer Berater erinnerte. Die Gewänder werden oft aus kostbaren Stoffen (Samt, Brokat oder Damast) und kostbaren Materialien wie Seide gefertigt und mit Stickereien versehen. Die Gestaltung der liturgischen Gewänder ist auch der wechselnden Mode unterworfen und auch in den Ländern sehr unterschiedlich. So werden die Gewänder in Afrika oder Asien anders aussehen als in Europa oder bei uns in Deutschland, weil die Vorstellung von festlicher Kleidung und die Traditionen ganz anders sind.

 

Gewand Heiliger Clemens (Rückseite, nach der Restaurierung)
Gewand Heiliger Clemens
(Rückseite, nach der Restaurierung)
Gewand Herz Jesu (Rückseite)
Gewand Herz Jesu
(Rückseite)
Gewand Heiliger Bonifatius (Rückseite)
Gewand Heiliger Bonifatius
(Rückseite)

 

In der römisch katholischen Kirche werden folgende liturgische Gewänder verwendet:

Der Priester trägt bei der Messfeier:

  • Schultertuch
  • Albe
  • Zingulum
  • Stola
  • Kasel
  • Mantelalbe

Bei anderen Gottesdiensten trägt der Priester:

  • Talar
  • Chorhemd oder Chorrock
  • Chormantel
  • Soutane
  • Velum
  • Mitra

Der Diakon trägt bei seinem Dienst:

  • Dalmatik
  • Albe oder Mantelalbe

Die Messdiener tragen bei ihrem Dienst:

  • Talar
  • Rochette
  • Albe mit Zingulum

 

  • images/fotos/MF_SC_Velum_300x533px.jpg
    Velum
    (St. Clemens)
  • images/fotos/MF_SC_Velum-offen_300x533px.jpg
    Velum offen
    (St. Clemens)
  • images/fotos/MF_SC_Talar-Chorrock-Stola-Beerdigung_300x533px.jpg
    Talar, Chorrock und Stola
    für Beerdigungen
    (St. Clemens)
  • MF SC Messd Talar Mit Rochette 300x533px
    Messdiener-Talar
    mit Rochette
    (St. Clemens)
  • MF SC Dalmatik 300x533px
    Dalmatik
    (St. Clemens)
  • MF SC Chormantel2 300x533px
    Chormantel
    (St. Clemens)
  • MF SC Chormantel Hinten 300x533px
    Chormantel (Rückseite)
    (St. Clemens)
  • MF SC Bassgeige Albe Stola Hinten 300x533px
    Bassgeige, Albe und Stola
    (Rückseite)
    (St. Clemens)
  • MF SC Albe Mit Zingulum 300x533px
    Albe mit Zingulum
    (St. Clemens)
  • MF SC Messgewand 300x533px
    Messgewand
    (St. Clemens)

     

    Das Schultertuch ist ein rechteckiges Tuch, das um die Schultern unter der Albe getragen wird um, Stola und Kragen des Gewandes zu schützen.

    Die Albe (von lat. albus „weiß“) ist das liturgische Grundgewand. Sie ist knöchellang und erinnert an das Taufkleid.

    Das Zingulum ist ein Strick, der als Gürtel die Albe rafft. Es ist kordelartig und gewöhnlich mit Quasten am Ende versehen. Der Bischof trägt es auch als breites Stoffband in verschiedenen Rangfarben über der Soutane.

    Die Stola ist ein schalartiges, beiderseits etwa knielanges Gewandstück und ist das Kennzeichen des priesterlichen Amtes. Bischof, Priester und Diakon tragen sie bei allen Sakramentsfeiern, Wortgottesfeiern, Andachten und Segenshandlungen, die sie leiten oder der sie beiwohnen. Manchmal tragen sie die Stola auch direkt über der Alltagskleidung oder der Albe, z.B. bei der Krankensalbung oder der Beichte. Bei der Messfeier trägt der Priester die Stola unter der Kasel oder über der Mantelalbe. Die Stola des Diakons wird diagonal über Brust und Rücken getragen und liegt auf der linken Schulter auf.

    Die Kasel (von lat. casula „Zelt“, „Häuschen“), auch Messgewand genannt, wird gedeutet als Erinnerung an das Zeltheiligtum, das die Israeliten bei ihrer Wüstenwanderung mit sich führten (vgl. 2. Mose 33,7), und stammt von der römischen Paenula, einem Poncho mit Kapuze ab. Es ist ein ärmelloser Überwurf mit Kopfausschnitt, meist in der liturgischen Farbe des Tages oder Anlasses. Es kann kostbar bestickt oder sehr schlicht gestaltet sein. Im Gegensatz zur Kirche des ersten Jahrtausends ist die Kasel heutzutage fast nur zur Feier der Heiligen Messe in Gebrauch. Aus der Zeit als die Priester die Liturgie mit dem Rücken zum Volk feierten, stammen die auf dem Rücken kunstvoll verzierten Kaseln und Bassgeigen (ein besonderer Schnitt).

    Die Mantelalbe wird heute sehr oft als Ersatz für die klassische Kasel bei der Eucharistiefeier oder anderen liturgischen Feiern getragen. Über der Mantelalbe trägt der Priester oder Diakon dann noch die zur Liturgie passende farbige Stola.

    Die Dalmatik (lat. dalmatica, aus Dalmatien stammend) ist das heute kurzärmelige, ursprünglich aus dalmatinischer Wolle gefertigte Obergewand des Diakons mit weiten Ärmeln, das insbesondere zum Hochamt getragen wird.

    Die Soutane ist ein außerliturgisches Kleidungsstück, das aus dem seit dem Mittelalter gebräuchlichen schwarzen, knöchellangen Alltagsgewand der Geistlichen hervorging und zur Standestracht geworden ist, aber heute in unserer Gegend nicht mehr so oft getragen wird.

     

     

    Das Chorhemd, auch Chorrock genannt, ist ein hüft- oder knielanges weißes, oft gefälteltes Obergewand, das von der Albe abstammt. Es wird über dem Talar bzw. der Soutane getragen. Der Priester trägt Soutane oder Talar, Chorhemd und Stola bei Gottesdiensten ohne Eucharistiefeier oder bei Messen, in denen er weder Zelebrant noch Konzelebrant ist. Talar und Chorhemd sind die verbreitetste Messdienergewandung. Im Unterschied zum Rochett hat das Chorhemd an den Ärmeln einen etwas weiteren Schnitt.

    Der Chormantel (auch Vespermantel oder Rauchmantel genannt oder lat. Pluviale - „Regenmantel“) ist ein von der Kasel abgeleitetes Obergewand, das außerhalb der Messfeier, z. B. bei Andachten, Prozessionen und Begräbnisfeiern, Verwendung findet aber nicht mehr so häufig getragen wird.

    Die Mitra (eine Kopfbedeckung) wird von allen Bischöfen, sowie von weiteren dazu berechtigten Geistlichen, vor allem von Äbten (sogenannte infulierte Äbte), getragen. Sie ist eine in zwei Spitzen auslaufende Kopfbedeckung, die seit dem 10. Jahrhundert nachzuweisen ist. Seit der Renaissance wuchs die Mitra immer mehr in die Höhe, während ihre heute übliche Gestalt der des 13. Jahrhunderts ähnelt.

    Das Velum ist ein verziertes breites, einer Stola ähnliches, Schultertuch zum Verhüllen der Hände, z. B. beim Tragen der Monstranz oder beim Halten von Mitra und Bischofsstab durch Signiferi (lateinisch signum = „Zeichen“, ferre = „tragen, bringen“)

    Die Ministranten tragen einen Talar und ein Rochette oder eine Albe und ein Zingulum bei ihren Diensten in der Kirche. Häufig tragen sie einen schwarzen Talar, es gibt ihn aber auch in violett, grün und rot, passend zu den liturgischen Farben des Kirchenjahres. Das Rochette, in weiß, ist ähnlich dem Chorrock der Priester hat aber keine Verzierungen oder Stickereien. Die Albe ist in der Regel weiß oder beige und wird mit einem farbigen Zingulum in der entsprechenden liturgischen Farbe getragen.

    In St. Clemens gibt es zahlreiche sehr alte Kaseln, Bassgeigen oder Dalmatiken die heute nicht mehr genutzt werden. Aus diesem Grund hat sich der Kirchenvorstand für die Errichtung eines Paramentenschrankes entschieden, um die Gewänder fachgerecht zu lagern. Es ist ein dreiteiliger Schrank (4,50 m breit und 2,30 m hoch) der in zwei Teilen jeweils 14 flache Schubfächer enthält. Dort werden die Gewänder liegend gelagert. In dem dritten Teil gibt es eine Hängevorrichtung für Fahnen.

     

     


    Text und Fotos: Petra Grüttner

     

    Maria Frieden
    im Internet

    Organisationen
    im Umfeld

    Rund um die
    Kirchenmusik