Der Valentinstag: rote Rosen, süße Herzen und Heiligenverehrung

Der 14. Februar hat in den letzten Jahren einen wahren Hype durchlebt. Denkt der Liebste nicht an dieses Datum, so ist abendlicher Stress zu Hause programmiert. Ihm kann aber geholfen werden: Zahlreiche Onlinehändler bieten Geschenkpakete an, die extra auf diesen Tag zugeschnitten sind. Eine renommierte Jugendzeitschrift verrät zehn Tipps, wie die 24 Stunden des Tages zu einem garantiert unvergesslichen Erlebnis werden. Blumenhändler haben Hochkonjunktur, die noch jungen Vorsätze für das Jahr, weniger Süßes zu konsumieren, werden über Bord geworfen. Und in der Gastronomie sind gemütliche Ecken für romantische Essen rar. Über elf Millionen Treffer findet die meist genutzte Suchmaschine zum Wort "VALENTINSTAG", allseits bekannt als Tag der Verliebten. Eine namenhafte deutsche Illustrierte mit fünf Buchstaben lässt sogar Singles nicht im Ungewissen. Sie verrät in ihrem Onlineportal fünf Tipps für Spaß am nervigen Pärchen-Tag.

Die Kirche begeht an diesem Datum alljährlich den Gedenktag des heiligen Valentin. In dem weit verbreiteten "Tag der Liebe" steckt ein Stück christliche Geschichte. Wie der heilige Valentin aber zum Schutzherr der Liebenden wurde, lässt sich historisch nicht trennscharf ermitteln. Gesicherte Antworten stehen weit hinter offenen Fragen und zahlreichen Legenden. Mit dem Namen Valentin sind mindestens zwei Lebensgeschichten verbunden. Diese haben sich über die Jahrhunderte entwickelt und sind historisch nicht mehr auseinanderzuhalten. Das gilt auch für die Frage, wie viele Personen sich tatsächlich hinter den Lebensgeschichten verstecken.

Womöglich steckt hinter dem Tag der Liebe Bischof Valentin von Terni. Er soll um die Jahre 268/9 in Rom aufgrund seines Glaubens gestorben sein. Der Legende nach wirkte er mit pastoralem Eifer und durch aufsehenerregende Wunder. Der Rhetoriker Craton rief ihn nach Rom. Dort sollte Valentin Cratons Sohn von seinen schlimmen Verkrümmungen heilen. Vom Heilungserfolg des Bischofs begeistert, bekehrten sich Familie und Freunde zum christlichen Glauben. Auch der Sohn des Stadtpräfekten ließ sich taufen. So wurde dieser auf Valentin aufmerksam und nahm ihn in Gefangenschaft. Weil er hartnäckig Opfer für die römische Götterwelt verweigerte, wurde er enthauptet.

Einer anderen Überlieferung nach gab es noch Valentin von Rom. Ein armer und ehrbarer Priester, der ein blindes Mädchen geheilt haben soll. Laut Legende soll er Verliebten sowie Hilfe und Trost Suchenden Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Durch ihn geschlossene Ehen standen zudem immer unter einem guten Stern. Trotz eines Verbotes traute er auch Soldaten. Vermutlich aus diesem Grund wurde Valentin am 14. Februar 269 auf Befehl von Kaiser Claudius II enthauptet und damit zum Märtyrer.

„Valentin“ gehört zu den volkstümlichen Heiligen, vergleichbar mit Nikolaus und Martin. Im Mittelalter wurde am "Valentinstag" in manchen Kirchen die Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert.

Andere Ursprünge des Valentinstages


Einen weiteren Ursprung kann dem nahenden Frühling zugeschrieben werden. So beginnt etwa Mitte Februar die Paarungszeit der Vögel. Die Römer feierten den 14. Februar zu Ehren der Göttin Juno. Als Gattin Jupiters sowie Beschützerin von Ehe und Familie wurden ihr Blumen geopfert. Bald schenkte man den Frauen an diesem Tag ebenfalls Blumen. Um den 15. Februar fanden bei den Römern außerdem die Luperkalien statt. An diesem Fest wurden Geschlechtsreiferituale zur ersten Menstruation von Mädchen abgehalten und Ehen geschlossen. Der 14. Februar war auch Tag von großen Festmahlzeiten der Seefahrer, Zünfte und Bruderschaften. In Hansestädten trafen sich die Zünfte an diesem Tag zum Freundschaftsmahl.


Brauchtum im Wandel der Zeit

In Rom entstand auch der Brauch, dass junge, unverheiratete Männer aus einer Anzahl von Zetteln ein Los ziehen konnten. Auf dem Zettel stand dann der Name einer Unverheirateten. Die mittels Los bestimmten Paare gingen gemeinsam durch die Stadt und sollen so ihre Liebe füreinander entdeckt haben.

Im Mittelalter, einem für die westliche Christenheit wichtigen Zeitalter, war es Brauch, dass heiratswillige Männer am frühen Morgen ihrer Angebeteten einen Blumenstrauß schenkten. Denn nach Volksüberlieferungen sollte ein Mädchen denjenigen heiraten, den es am Valentinstag als ersten Mann erblickte. Anonyme Liebesbriefe wurden am Valentinstag in England geschrieben, während auch in Frankreich durch Losverfahren Valentin und Valentine bestimmt wurden. Die Tradition „Valentin“ unmittelbar mit einem Tag der Liebe zu verknüpfen, kam zunächst in Frankreich, Belgien und England auf. Die "Valentine greetings" wurden für das 14. Jahrhundert erstmals nachgewiesen.

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die Vereinigten Staaten. Nach dem zweiten Weltkrieg soll er durch hier stationierte US-Soldaten verstärkt in den westlichen Teil Deutschlands gelangt sein. Für 1950 ist beispielsweise ein Valentinsball in Nürnberg belegt. Allgemein verbreitet und zum Hype wurde der Valentinstag in den Folgejahren durch die Werbung von Floristen sowie unserer Süßwarenindustrie.

Des Deutschen liebstes Geschenk zum Valentinstag sind die Rosen. Rund 1000 Tonnen Rosen werden von Lufthansa Cargo aus Afrika und Südamerika nach Frankfurt transportiert. Insbesondere Kenia, Kolumbien und Ecuador zählen zu den größten Exportländern. Ein mildes Klima bietet den Produzenten dort ideale Wachstumsvoraussetzungen. Nach der Ernte werden die Rosen unmittelbar verpackt und zum Flughafen gebracht. In temperierten Transportbehältern gelangt die verderbliche Ware dann nach Europa. Hier werden die Rosen ein Garant für Pärchen-Glück am Valentinstag. Eine Aufzucht der Rosen in Europa soll übrigens für die Klimabilanz noch schädlicher sein. Die Cranfield University hat für ein Bündel kenianischer Rosen und ihren Weitertransport per Flugzeug nach Europa 6.000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid nachgewiesen. 35.000 Kilogramm entstünden bei der Aufzucht einer gleichen Menge in den benachbarten Niederlanden. Ein Grund dafür sind die klimatischen Umstände. So müssten in Europa die Gewächshäuser entsprechend beheizt und beleuchtet werden. Trotzdem: Umweltfreundlich ist der Hype bei Weitem nicht.

Dass der Valentinstag eben nicht nur eine Erfindung der Floristen ist, sondern auch ein im Christentum tief verwurzelter Gedenktag, hat die christlichen Kirchen zu neuen Wegen veranlasst. An vielen Orten werden eigens auf Pärchen zugeschnittene Gottesdienste veranstaltet. Da können sich zum Beispiel frisch Verliebte segnen lassen oder Ehepaare ihrem Trauversprechen gedenken. Liebe beflügelt bekanntlich alle Menschen und kennt keine Grenzen.

Der Valentinstag in Maria Frieden Krefeld

Auch bei uns in Maria Frieden gibt es am Valentinstag ein besonderes Angebot. Im Rahmen der Gottesdienstreihe „Kirche im neuen Format“ sind alle interessierten Menschen – ob jung oder alt- um 20.00 Uhr in unsere Pfarrkirche St. Clemens (Clemensplatz 1a, 47807 Krefeld) eingeladen.

Wir als gastfreundliche Kirche bieten eine stimmungsvolle Alternative zum kommerziell ausgerichteten Tag. An diesem Abend werden Sie mit allen Dingen versorgt, die schön sind sowie Leib, Seele, Herz und Verstand ansprechen. Das Innere des Gotteshauses erstrahlt in warmen Farben. Verschiedene Düfte erheitern die Sinne. Passende Texte und gefühlvolle Live-Musik lassen die Feier zu einem etwas ganz besonderen Ereignis werden. Zum Abschluss sind alle Besucher zu einem Snack und Getränken in den Kirchenraum eingeladen. Klassische und moderne Elemente, aus dem Alltag bekannt und vertraut, werden an diesem Abend miteinander verbunden.

Eindrücke vom Valentinstag 2016 



Aufgrund der großen und positiven Resonanz wird ein solcher Gottesdienst am Tag der Liebenden bereits zum fünften Mal angeboten – also auch für uns ein kleines Jubiläum. Eine zeitgemäße Begegnung mit Gott, Kirche und Gemeinde ist das Ziel dieses neuen Gottesdienstformates, welches durch pastorale Mitarbeiter der Krefelder Pfarrgemeinden Maria Frieden und Heilig Geist im Jahr 2013 initiiert wurde.

Text: Benjamin Fante l Fotos: Ulf Grüttner; Uwe Rieder; Colourbox.de

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