01. Januar: Patronatsfest der Pfarrei Maria Frieden

Am 1. Januar 2010 wurde aus den fünf Pfarren St. Clemens, St. Bonifatius, St. Martin, Herz Jesu und St. Johann Baptist in Krefeld die Pfarre Maria Frieden.

Jedes Jahr am 1. Januar wird in Maria Frieden das Patrozinium gefeiert. Patrozinium ist der Gedenktag der oder des namensgebenden Heiligen. Am 1. Januar feiert die katholische Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria und den Weltfriedenstag.

Ursprünglich wurde das Hochfest der Gottesmutter am 11. Oktober gefeiert. Seit der Liturgiereform 1970 am 1. Januar, dem Oktavtag von Weihnachten. Maria ist unsere Fürsprecherin bei Gott und zugleich unsere Wegbegleiterin durch das neue Jahr

Der Weltfriedenstag wurde von Papst Paul VI 1967 auf den 1. Januar gelegt und wird seit 1968 gefeiert. Dazu wird vom Papst jeweils eine Botschaft veröffentlicht, die sich einem konkreten Thema widmet.

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 


Text; Veronika Franssen l Foto: Ulrike Rosellen

 

Wie entsteht der Heiligenkalender und warum verändern sich die Gedenktage?
Heilige zur Zeit Karls des GroßenFoto: Marco Desscouleurs - stock.adobe.com

Wie entsteht der Heiligenkalender und warum verändern sich die Gedenktage?

Die Heiligenverehrung hat durch die Jahrhunderte eine große Entwicklung erlebt. So wie sich beispielsweise das Heiligenverständnis über die Jahrhunderte verändert und weiterentwickelt hat, so hat sich auch die Art der Heiligenverehrung und die Fülle der Bräuche entwickelt.

Bereits seit dem 2. Jahrhundert wurde der Kalender der verschiedenen Ortskirchen mit dem Gedenken eines oder mehrerer lokaler Märtyrer am Jahrestag ihres Todes erweitert. Warum spielt der Todestag eine so große Rolle? Christen glauben, dass sie durch den Tod zum ewigen Leben im Himmel mit Christus gelangen. Der Tod ist sozusagen der Geburtstag. Deshalb liegt der Gedenktag auf dem Todestag des Heiligen und nicht auf dessen biologischem Geburtstag.

In den Anfängen der Heiligenverehrung fand die Gedenkfeier nicht an dem Ort statt, an dem sich die Gemeinde gewöhnlich traf, sondern man versammelte sich genau an der Stelle, an der die sterblichen Überreste des Märtyrers bestattet waren. Dies gewann im 4. Jahrhundert an Bedeutung.

Unter Kaiser Konstantin wurde der christliche Glaube erst toleriert (313) und später zur Staatsreligion erklärt. Daraufhin begann man in Rom damit, bei oder über den Märtyrergräbern Kirchen oder Basiliken zu errichten. Aus solchen Stätten entwickelten sich später Wallfahrtsorte.

Im 4. Jahrhundert wurde zudem der Heiligenbegriff erweitert. Warum? Die Verfolgung der Christen endete durch die Erhebung des christlichen Glaubens zur Staatsreligion. Von nun an galt eine besonders christliche Lebensführung als verehrungswürdig. z. B. der Heilige Martin oder der Heilige Nikolaus oder die Heilige Elisabeth von Thüringen in ihrer jeweiligen Sorge für die Armen als Ausdruck ihrer gelebten Nächstenliebe. Oder Nikolaus von Flüe als Einsiedler, der Menschen als geistlicher Ratgeber galt.

Die Menschen sprachen dem jeweiligen Gedenktag des Heiligen eine besondere Heilskraft zu. Im Mittelalter beispielsweise haben 90 % der Staatsakte an sogenannten „heiligen Tagen“ stattgefunden. Man glaubte, dass das, was sich an dem jeweiligen Tag ereignete, unter dem Schutz und Patronat des Heiligen stand. Als Beispiel galt der Martinitag als Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres oder im Mittelalter als Datum der Abgabe des Zehnten in Naturalien.

Im Spätmittelalter wirkte der Tag der Heiligen in die Taufpraxis hinein. Man benannte das Kind nach dem Heiligen des Tauftages (z.B. wurde Martin Luther am 11.11., dem Gedenktag des Heiligen Martin, getauft).

Die Märtyrergedenktage waren zunächst sehr ortsbezogen geprägt. Die Ortskirchen feierten nur die Feste „ihrer“ Märtyrer. Später erweiterte man die Gedenktage und trug sie in einen großen Kalender ein. Aus Rom existiert eine frühe Aufzeichnung aus dem Jahre 354 mit 23 Märtyrern. Bis Mitte des 5. Jahrhunderts wuchs der Kalender an. Nachdem die Zahl unübersichtlich weitergewachsen war, führte man ein Kollektivgedächtnis ein, das wir als Allerheiligen kennen.

Verschiedene Liturgiereformen überarbeiteten in der Folge die vorhandenen Heiligenkalender. Die Liturgiereform nach dem Tridentinum, dem Konzil von Trient 1545, reduzierte den Bestand beispielsweise auf etwa 200 Feste. Bis 1960 war die Zahl wieder enorm gestiegen, sodass fast jeder Tag im Jahr ein Gedenktag war. Die Kalenderreform von 1969 kürzte den Kalender erneut, mit dem Ziel, die Feier des Sonntags und der Hauptfeste zu betonen. Zudem gestand man den Regionalkirchen und Diözesen ein Gedenken ihrer Ortsheiligen (in Aachen beispielsweise Karl der Große) zu.

Darüber hinaus entfielen rund 30 Namen, deren Historizität nicht eindeutig belegt war. Andere Namen wurden auf ein anderes Datum terminiert (z. B. Birgitta von Schweden oder Stephan von Ungarn). Doch auch bis Anfang der 2000-er Jahre kamen wieder mehrere Gedenktage hinzu, da unter Papst Johannes Paul II. zahlreiche Menschen heiliggesprochen wurden.

Weiterhin gab es die Entwicklung, dass ein Mensch, der einen bestimmten Heiligen als Namenspatron hat, an dessen Gedenktag Namenstag feiert. Heute ist dieser Brauch (leider) sehr zurück gegangen.

Prof. Wolfgang Beinert, ein bekannter Dogmatiker, schrieb einmal: „Der heilige Mensch ist der eigentlich humane Mensch, der menschliche Mensch. …Heilige machen fröhlich….Heilige machen Mut….Heilige sind Weggeleiter zu Gott….“

Heilige sind, wenn wir auf die Bibel schauen, nicht ausschließlich jene, die ein heiliges Leben führen und Vorbild für uns sein können oder sind. Heilig sind wir alle, so redet Paulus etwa im 1. Korintherbrief die Gemeinde als "berufene Heilige" oder "Heilige in Jesus Christus" an. Durch die Taufe haben Christen an der Kindschaft Gottes und damit auch an Gottes Heiligkeit teil. Im Neuen Testament gibt es also die Überzeugung, dass alle Getauften - die Kirche also - Heilige sind.

Bildlich gesprochen sind Heilige Menschen wie wir, die Gott in sich Raum gegeben haben. Sie haben in ihrem Leben und Tun Gottes Licht aufleuchten lassen. Und das verdient Respekt, Bewunderung und spornt zur Nachahmung an.

Heilige unterscheiden sich nicht durch die Heiligkeit von uns, sondern durch die Glaubwürdigkeit ihres Zeugnisses. Sie sind damit Vorbilder für uns, die wir uns noch mit der christlichen Gestaltung unseres eigenen Daseins beschäftigen.

Text: Cornelia Derichs und Stefan Knauf

11. November: Patronatsfest der Kirche St. Martin

Würde man eine Liste der bekanntesten Heiligen aufstellen, würde Martin von Tours sicher einen der vorderen Plätze belegen. Der Heilige Martin von Tours ist nicht nur in Kirchenkreisen gut bekannt, sondern auch im Brauchtum unseres Landes fest verankert.

Auch heute noch ziehen gerade im Rheinland die Kinder am 11. November, dem Tag seiner Grablegung mit Laternen durch die Straßen, singen Martinslieder und stellen die berühmte Legende der Mantelteilung nach. Diese alte Tradition geht auf die Lichterprozession zurück, mit der Martins Leichnam im Jahr 397 nach Tours überführt wurde.

Geboren im Jahr 316 oder 317 als Sohn eines römischen Offiziers im heutigen Ungarn, wurde er mit etwa 15 Jahren in den Militärdienst berufen. Nur wenige Jahre später traf er in einem kalten Winter auf einen frierenden Bettler, dem er kurzerhand eine Hälfte seines warmen Mantels überließ. Damit bekleidet, soll ihm kurz darauf Christus im Traum erschienen sein. Durch dieses Ereignis in seinem Glauben bestärkt, ließ Martin sich taufen und wurde nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst Priester. Er fand schon bald Anhänger, die seinem Beispiel von einem einfachen Leben folgten und errichtete als Mönch Klöster in Ligugé und in der Nähe von Tours im heutigen Frankreich.

Als Nothelfer und Ratgeber war er vor allem bei der einfachen Bevölkerung beliebt und wurde im Jahr 372, als ein neuer Bischof von Tours ernannt werden sollte, für dieses Amt vorgeschlagen. Aus Angst, der Aufgabe unwürdig und nicht gewachsen zu sein, soll sich Martin der Legende nach in einem Stall versteckt haben, wobei die schnatternden Gänse darin sein Versteck verrieten. Aus diesem Grund gibt es auch heute noch in vielen Familien am 11. November als Festspeise eine Martinsgans.

Auch als Bischof von Tours lebte Martin weiterhin bescheiden in den Holzhütten vor den Toren der Stadt und ließ für die Landbevölkerung zahlreiche Klöster und Kirchen errichten. Er spielte zu seiner Zeit bei der Verbreitung des christlichen Glaubens eine wichtige Rolle.

Martin starb am 08. November 397 mit über 80 Jahren. Er gilt als einer der erste Heiligen, die nicht als Märtyrer starben. Sein Grab in der Martinsbasilika von Tours ist heute eine bedeutende Pilgerstätte.

Er ist sicher mehr als nur der Pfarrpatron unserer Kirche im Krefelder Südbezirk. Vielmehr nimmt sich die Gemeinde St. Martin seit jeher auch ein Beispiel an seinem Leben und besonders seinem Engagement für die Obdachlosen und Bedürftigen. Im übertragenen Sinne wird der Mantel des Heiligen Martin hier immer wieder neu geteilt.


Text: Philipp Wallrath l Foto: jorisvo - stock.adobe.com

1. November: Allerheiligen - Das Fest der Ungenannten

Am Hochfest Allerheiligen feiern wir die zahllosen ungenannten Heiligen, die bereits in der beseligenden Anschauung Gottes im Himmel leben.
(aus dem Direktorium Bistum Aachen 2020)

Schon im Laufe der ersten Jahrhunderte wurde es schwierig, den Heiligen einen Gedenktag zuzuordnen. Denn Gedenktage für Verstorbene gab es schon im antiken Christentum. Und für alle Gedenktage der Heiligen reichten die Tage des Jahres nicht mehr aus.

Papst Bonifatius IV. ordnete daher eine jährliche Feier an und weihte am 13. Mai 609 das zuvor allen Göttern Roms geweihte Pantheon der Jungfrau Maria und allen Märtyrern. Über hundert Jahre später weihte Papst Gregor III. in der Basilika St. Peter eine Kapelle allen Heiligen und legte dabei den Feiertag für Rom auf den 1. November. Dieser Termin verbreitete sich in den westlichen Kirchen und der 1. November wurde auch dort festgelegt.

In vielen katholischen Familien wurde dem Namenstag eines Familienmitglieds ein höherer Stellenwert als dem Geburtstag zugeordnet. Die Familienmitglieder wurden an ihrem Namenstag mit kleinen Feiern und Geschenken bedacht. Mit der Zeit hat sich das Gedenken des Namenspatrons allerdings verändert, und in der jüngsten Zeit wird dem Geburtstag immer mehr Bedeutung beigemessen.

Allerheiligen ist ein sogenannter stiller Feiertag, so dass an diesem Tag laute Musik verboten ist und keine öffentlichen Veranstaltungen durchgeführt werden dürfen. Im Süden Deutschlands verschenken die Tauf- oder Firmpaten an ihre Patenkinder Allerheiligenstriezel, einen aus Hefeteig geflochtenen und mit Hagelzucker bestreuten Zopf.


Text: Renate Kloss l Foto: 4th Life Photography - stock.adobe.com

 

Die Namenstage
Foto: virtua73 - stock.adobe.com

Die Namenstage

„Ihr feiert Namenstag? So richtig mit Geschenken und so?“ – eine Reaktion, die heutzutage keine Seltenheit ist, wenn man von Plänen für den eigenen Namenstag erzählt. Heutzutage messen viele diesem Tag keine große Bedeutung mehr bei, viele kennen ihren Namenstag nicht einmal. Doch woher kommt der Namenstag eigentlich und welche Bedeutung hat er?

Der Namenstag ist im Kirchenjahr der Gedenktag des Heiligen, dessen Namen man trägt – der Heilige ist somit der Namenspatron. In der heutigen Zeit ist es häufig so, dass es nicht genau der gleiche Name ist, der Name sich aber ableiten lässt, wie zum Beispiel Marie von der Heiligen Maria oder Lisa von der Heiligen Elisabeth.

Im Zuge der Ausbreitung des Christentums außerhalb des alten römischen Reiches wurde der christliche Name zum Erkennungszeichen und wies darüber hinaus oft eine Verbindung zum Namenspatron auf, was diesem Namen eine viel höhere Bedeutung verlieh als der Geburtsname hatte. Im Mittelalter erhielten Kinder oft den Namen des Heiligen, an dessen Gedenktag sie getauft wurden. Die Bedeutung des Namenstags wurde im Laufe der Zeit für Katholiken immer wichtiger, auch um sich von den Protestanten abzuheben, sodass die besondere Verbindung zum Namenspatron festlich gefeiert wurde. Daher wird in der katholischen Kirche der Namenstag gefeiert, in der evangelischen Kirchen hingegen nicht. Durch die festliche Zelebrierung erhielt der Namenstag oftmals eine höhere Bedeutung als der eigentliche Geburtstag der Person. Aufgrund der Vielzahl der Heiligen, hat ein Tag oft mehrere Namenspatrozinien. Ebenso kann ein Name verschiedene Namenspatrone haben. Hier wählen die Eltern meist bei der Taufe, nach welchem Heiligen das Kind benannt ist und getauft wird.

Im Laufe der Moderne verlor die Bedeutung des Namens und die Verbindung zum Namenspatron jedoch immer mehr an Bedeutung. Viele katholische Christen kennen ihren Namenstag, womöglich weil die Großeltern ihm noch viel Bedeutung beigemessen haben. Leider wird es aber weniger gefeiert und nicht jeder kennt auch die besondere Geschichte des Heiligen, dessen Namen man trägt. In einigen katholischen Familien wird der Namenstag jedoch weiter gefeiert: man gratuliert, es gibt Geschenke, sowie Kaffee und Kuchen. Es ist ein schönes Fest, um die Bedeutsamkeit des eigenen Namens zu feiern und dem Namenspatron zu Gedenken. Manchmal wird heute auch ein Zweitname nach einem bestimmten Heiligen gewählt, wenn der erste Name keinen Namenspatron hat. Auch Kirchen wurden meist nach Heiligen benannt, weswegen in einer Kirche das sogenannte Patronatsfest gefeiert wird.

Text: Lisa Grüttner

24. Juni: Patronatsfest der Kirche St. Johann Baptist

In unserem Land, in unserer Gegend, haben zahlreiche Kirchen den Heiligen Johannes den Täufer als Patron. Im Kirchenjahr kennen wir gleich zwei Feiertage, die Johannes gewidmet sind. Diese Dopplung ist bemerkenswert und betont seine Wichtigkeit im Kreis der Heiligen: am 24.6. feiern wir seine Geburt und am 29.8. seinen Todestag.

Mit einem eigenen Hochfest und einem Gedenktag sticht Johannes hervor, denn das gibt es sonst für keinen Heiligen, von der Gottesmutter einmal abgesehen. Johannes scheint also ein besonders wichtiger Heiliger zu sein.

Dass aus Johannes ein Großer vor dem Herrn werden würde, zeigt sich mit Blick in die Bibel schon recht früh. Das Lukasevangelium berichtet ausführlich über seine Herkunft und seine Geburtsgeschichte. Diese ist eng verwoben mit der Kindheitsgeschichte Jesu. Johannes ist der Sohn des Priesters Zacharias und der Elisabeth aus dem Geschlechte Arons, einer Verwandten von Jesu Mutter Maria. Johannes ist ein halbes Jahr älter als Jesus, deshalb feiern wir sein Geburtsfest genau sechs Monate vor Weihnachten. Da die Kirche später einen Tag nahe der Wintersonnenwende zum Geburtsfest Jesu machte, wurde die Sommersonnenwende zum Geburtstag des Täufers.

Er wird beschrieben als ein Wüstenmensch, ein Mann, der in der Wildnis lebt, als Jemand, der so ganz und gar nicht angepasst an die Gesellschaft ist, der gegen den Strom schwimmt: Johannes trägt grobe, vielleicht selbst gemachte Kleidung, aus Kamelhaar und einen ledernen Gürtel. Seine Nahrung besteht aus dem, was er in der Natur findet: Heuschrecken und wilder Honig. Vom Lebensstil her sehr schlicht und auf das absolut notwendige reduziert.

Sein öffentliches Auftreten beginnt, wenn man den Exegeten folgt, um das Jahr 28. Mit seinem Namen ist auch untrennbar seine Tätigkeit verbunden: von Johannes spricht man in einem Atemzug als dem Täufer, dem Umkehr-Täufer. Denn Johannes predigt zu den Menschen: Tut Buße, um auf das Kommen des Messias vorbereitet zu sein (Joh 1, 29 ff.)

Johannes verlangt von denen, die ihm zuhören, nach den Geboten Gottes zu leben: auf das menschliche Miteinander, auf das Verhalten gegenüber den anderen zu achten und auf die sozialen Verpflichtungen, die damit einhergehen. Wer zu ernsthafter Umkehr bereit war, durfte sich von ihm taufen lassen „zur Vergebung der Sünden“. Auch Jesus ließ sich von Johannes taufen.

Johannes war in seinen Forderungen nach Umkehr radikal. Darum geriet er auch in Konflikt mit den Pharisäern und den Sadduzäern, den religiösen Autoritäten und Entscheidungsträgern jener Zeit. Er scheute sich auch nicht, das ehebrecherische Verhältnis des Königs Herodes Antipas mit Herodias, der Frau seines Bruders, öffentlich anzuprangern. Und das muss man sich einmal vorstellen: da greift ein einfacher Mann ohne jede militärische Macht, aber mit der Kraft des Wortes, einen der mächtigsten Männer des Landes öffentlich an. Er stellt ihn bloß. Er konfrontiert den Landesfürsten mit der Wahrheit über seine eigenen Versäumnisse und Fehler. Dieser Mut brachte Johannes schließlich ins Gefängnis.

Eigentlich wollte Herodes ihn schonen, doch nach dem Versprechen an seine Stieftochter Salome, ihr einen Wunsch zu erfüllen, konnte er nicht mehr zurück. Auf Betreiben ihrer Mutter hin wünschte sich Salome den Kopf des Johannes.

Johannes Mut und Furchtlosigkeit vor den Menschen und sein Eintreten für die Wahrheit haben ihm buchstäblich den Kopf gekostet. Er wurde um das Jahr 30 auf der Festung Machaerus enthauptet.

Johannes war eine große und bedeutende Persönlichkeit seiner Zeit. Nicht nur die Bibel berichtet über ihn, auch der römisch-jüdische Historiker Josephus Flavius, der einige Jahrzehnte nach ihm lebte. Sogar im Koran wird Johannes einige Jahrhunderte später erwähnt und er genießt auch im Islam Bedeutung und Anerkennung. Johannes selbst verstand sich als ein Hinweisender, als ein Wegbereiter, als der Rufer in der Wüste (Joh 1, 23). Alle, die zu ihm an den Jordan kamen, verwies er auf den Größeren, den Stärkeren, der ihm einst folgen sollte, auf den Messias.

Eindrucksvoll wird dies in der Kunst gezeigt, beispielsweise sein Bildnis auf dem Isenheimer Altar. Dargestellt wird Johannes oftmals als Bußprediger im Fellgewand, mit Kreuzstab und dem Spruchband Ecce Agnus Dei (Seht das Lamm Gottes). Auch Abbildungen, auf denen der Enthauptete den Kopf auf einer Schale hält, sind verbreitet.

Rund um Johannes hat sich ein vielfältiges Brauchtum entwickelt. Am bekanntesten sind die Johannesfeuer, die am Vorabend des 24. Juni abgebrannt werden. Dieser Brauch reicht weit bis in die vorchristliche Zeit zurück. Sie stellen den wohl wichtigsten Bestandteil der feierlichen Begehung der Sommersonnenwende dar und wurden von der Kirche durch eine eigene Benediktion (Segnung) in ihren Kult einbezogen. Vom Mittelalter an gibt es Zeugnisse, dass sich alle Menschen - unabhängig von ihrem Stand - zu den Feuern versammelten. Dem Feuer wird reinigende, übelabwehrende sowie fruchtbarkeitsspendene Kraft zugeschrieben. In Verbindung zu den Feuern standen fröhliche Feste.

Bis zum Johannesfest wird Spargel gestochen, die Johannisbeeren sind reif und das Heu wird eingefahren.


Text: Cornelia Derichs l Quellen: N.N. Feste und Bräuche im Jahreskreis, Aschaffenburg 1985, 262 ff.; Einheitsübersetzung

 

3. Freitag nach Pfingsten: Patronatsfest der Kirche Herz Jesu

Der Tag des Herz Jesu-Patronatsfestes ist nicht an einem bestimmten Datum, sondern ist vom Datum des beweglichen Osterfestes (https://maria-frieden-krefeld.de/ostern2019) abhängig. Es wird am dritten Freitag nach Pfingsten gefeiert und kann daher zwischen den 29. Mai und den 2. Juli fallen.

Im Mittelpunkt der Verehrung des Hl. Herzens Jesu steht das am Kreuz durchbohrte Herz Jesu. In einer Bibelstelle im Johannesevangelium 19, 33 steht: „Als sie (die Soldaten) aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“

In den Texten der Hl. Messe zu diesem Festtag heißt es: „Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.“ In der Verehrung des angeblich durchbohrten Herzen identifiziert sich der Beter mit dem leidenden Christus und bittet für die, die diese Liebe nicht erkennen.

Bereits in der frühen Kirche gab es die Vorstellung, dass die Kirche aus dem Herzen Jesu hervorgegangen ist. Zwischen christlichem Altertum und Mittelalter entstand schon die erste Herz-Jesu-Frömmigkeit. Papst Pius der IX. führte das Fest am 18. Mai 1856 als Hochfest ein.

Außerdem ist der erste Freitag jeden Monats Herz-Jesu-Freitag, den wir in unserer Herz Jesu Kirche auch immer mit einer Hl. Messe feiern. Er ist ein bevorzugter Tag für den Empfang der heiligen Kommunion und die Eucharistische Anbetung mit Spendung des sakramentalen Segens.

 

 


Text und Foto: Petra Grüttner

05. Juni: Patronatsfest der Kirche St. Bonifatius

Bonifatius wurde im angelsächsischen Königreich Wessex um 673 geboren und ursprünglich Winfried genannt. Er besuchte die Klosterschulen von Exeter und Nursling und entschloss sich, ins Benediktinerkloster Nursling einzutreten.

Winfried widmete sich vor allem der Wissenschaft: Er verfasste Auslegungen der Bibel. Doch er verspürte den Drang, den Menschen von Gott zu erzählen und ging mit 41 Jahren nach Friesland, um dort den Glauben zu verkünden. Die Friesen befanden sich im Krieg, die Berichte vom barmherzigen Gott und der Vergebung der Sünden trafen bei ihnen auf taube Ohren. Enttäuscht kehrte Winfried zunächst zurück nach England.

Papst Gregor II. sandte ihn im Juni des Jahres 719 nicht nur offiziell nach Germanien, sondern gab ihm auch einen neuen Namen: Bonifatius, nach einem Märtyrer, dessen Fest gerade in Rom begangen wurde.

In der Folgezeit wirkte Bonifatius erfolgreich in Thüringen und Hessen – später auch in Westfalen, Bayern und Württemberg. Auch begleitete er den heiligen Willibrord auf einer Reise nach Friesland, wo sie diesmal etwas größere Erfolge verzeichnen konnten. Durch Gründung neuer Bistümer wurde Bonifatius zum Organisator der Kirche Germaniens in enger Bindung an Rom. 722 wurde Bonifatius zum Bischof geweiht. Zahlreiche Klostergründungen gehen auf ihn zurück, darunter sein Lieblingskloster Fulda. Viele Bistümer verdanken ihre Existenz dem heiligen Bonifatius, darunter die noch heute existierenden Diözesen Passau, Regensburg, Eichstätt und Erfurt. 738 wurde er päpstlicher Legat für Germanien.

Obwohl er schon seit Jahren das Amt eines Bischofs bekleidete, hatte der Missionar Bonifatius zunächst keinen festen Bischofssitz. Das änderte sich 746: Nachdem zunächst ein Versuch gescheitert war, Bischof von Köln zu werden, wurde er nun Bischof von Mainz.

Bischof Bonifatius besuchte der Legende nach das Dorf Geismar bei Fritzlar. Dort stand eine alte Eiche, die dem germanischen Kriegsgott Thor geweiht war. Kurzerhand zog Bonifatius eine Axt und hieb den Baum um. Die Bewohner warteten Angst erfüllt auf die Reaktion des „Donnergottes“, doch vergebens: Nichts geschah. Aus dem Holz der Eiche ließ Bonifatius eine Kapelle errichten, die dem Apostel Petrus geweiht wurde. Diese Begebenheit verbreitete sich schnell im ganzen Land, und viele ließen sich taufen.

Der Überlieferung nach wurde er 5. Juni 754 in der Nähe von Dokkum bei einem Überfall friesischer Kämpfer getötet. Der Leichnam des Heiligen wurde zunächst nach Utrecht und dann in seine Bischofsstadt Mainz überführt, ehe er seine letzte Ruhe in dem von ihm so geliebten Kloster Fulda fand.

Namensbedeutung:

„Bonifatius“ ist ein lateinischer Name, der „der gutes Geschick Verheißende“ bedeutet.

Darstellung:

Man stellt Bonifatius dar als Bischof, einen Baum umhauend, mit Axt oder Beil, Messbuch oder Schwert.

Patron:

Bonifatius ist Patron des Bistums Fulda, der Bierbrauer, Feilenmacher und Schneider sowie von Thüringen. Wenn sich alljährlich die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz zu ihrer Herbstvollversammlung am Grab des heiligen Bonifatius in Fulda treffen, ehren sie damit auch jenen Bischof, der als „Apostel der Deutschen“ in die Geschichte eingegangen ist.


Text und Foto: Renate Kloss