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Knochen- und Fliesenfunde in St. Clemens

Die Vorarbeiten für die Orgel in St. Clemens verzögern sich: Bauarbeiter haben quadratische Bodenfliesen, Knochenreste und einen verwesten Langknochen gefunden. Das rief die Denkmalschützer auf den Plan. Durch deren Untersuchungen hinken die Bauarbeiten drei bis vier Tage hinter dem Zeitplan her.

Begonnen haben die Arbeiten in St. Clemens am Donnerstag, den 19. Januar 2017. In den Boden des seitlichen Kirchenschiffs, das im 16. Jahrhundert angebaut wurde, wird eine Anlage zur Raumluftverbesserung eingebaut, die über eine Verbindung nach draußen die Luft austauschen kann. Das soll der neuen Orgel und den Kirchenbesuchern ein besseres Raumklima bescheren und einen Pilzbefall – der das Aus für die alte Orgel bedeutet hat – verhindern.

Bereits im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für die Bauarbeiten waren Denkmalspezialisten involviert: die Fachabteilung des Generalvikariats in Aachen, der für die Stadt Krefeld zuständige Archäologe Dr. Schletter, die Obere Denkmalbehörde, die untersucht, ob in den Bereichen, in denen gearbeitet wird, keine alten Malereien zu finden sind, sowie die Untere Denkmalbehörde, die die Grabungserlaubnis erteilt und den Bau begleitenden Archäologen beauftragt.

Dieser bekam schnell Arbeit. Schon, als die ersten Schieferplatten gehoben waren, fanden sich im darunterliegenden Sand rote Backsteine und quadratische, beige und schwarze Bodenfliesen – ein Indiz dafür, dass es in St. Clemens einst einen gemusterten Boden gab.

Während der Archäologe diese Funde sichtete und dokumentierte, stießen die Bauarbeiter auf die nächste Überraschung: kleine Knochenreste und einen verwesten Langknochen. Alles wurde vorsichtig freigelegt, fotografiert und dann geborgen und gesichert. Die Bauarbeiten mussten erst einmal gestoppt werden, da es sich um archäologisch interessante Fundstücke handelte. Damit war für die weiteren Arbeiten besondere Vorsicht angesagt.

Durchaus zu Recht, denn in einer Tiefe von ca. 70 Zentimetern fanden die Arbeiter eine Steinumrandung aus Tuffstein, die sicher einmal eine Grabstätte war. Auch diese Steine wurden geborgen und werden sehr wahrscheinlich ins städtische Archiv einziehen. Weitere Funde gab es im Kreuzgang. Hier mussten viele Knochenreste gesichert und dokumentiert werden.

Die Knochenfunde sind überraschend, aber nicht sonderlich spektakulär. Denn St. Clemens wurde ab dem Jahr 1000 n. Chr. in mehreren Etappen erbaut. Dabei kann sich die ein oder andere Erweiterung über alte Grabstellen hinweg erstreckt haben. Schließlich wurde der Hof neben der Kirche bis 1821 als Begräbnisstätte genutzt.

 

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  • Auffallendste Merkmale der Umbauarbeiten in St. Clemens sind die Gerüste und die schwarzen Verkleidungen.

  • Diese Steinumrandung aus Tuffstein war sicher einmal eine Grabstätte.

  • Die quadratischen beigen und schwarzen Bodenfliesen sind ein Indiz dafür, dass es in St. Clemens einst einen gemusterten Boden gab.

  • Im Sand unter den Schieferplatten fanden sich kleien Knochenreste.

  • Nach den Knochenresten gab es auch noch einen größeren Fund: einen verwesten Langknochen.

  • Funde wie dieser Langknochen interessieren die Arächologen natürlich besonders. Alles wurde vermessen und dokumentiert.

  • Grabungsarbeiten an der Außenmauer.

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Die Bauarbeiten in St. Clemens werden sich noch einige Zeit hinziehen. Aktuell bauen die Arbeiter in der Kirche zum Gewölbe hin weitere Gerüste für Bohrarbeiten auf. Der Elektriker muss dort Leitungen für die elektrisch betriebenen Fenster verlegen. Besucher und Gottesdienstbesucher werden daher in der nächsten Zeit immer wieder Absperrungen und Bodenabdeckungen sehen. Sie erleichtern den Bauarbeitern ihre Arbeit und schützen zugleich den Schieferboden der Kirche.

 


Text und Fotos: Petra Grüttner

Maria Frieden
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